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WaffenlieferungenUkraine soll im Juli erste „Gepard“-Panzer erhalten

Noch am Donnerstag hatte Oppositionschef Merz die Regierung für ihr Nichtstun bei der Lieferung schwerer Waffen kritisiert. Einen Tag später kommt Bewegung in die Sache.Martin Murphy, Frank Specht 20.05.2022 - 18:40 Uhr Artikel anhören

Der Panzer kann bis zu 1100 Schuss pro Minute abfeuern.

Foto: IMAGO/Sven Eckelkamp

Berlin. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow machte es spannend: Er habe gerade eine sehr produktive Videokonferenz mit seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht (SPD) gehabt, twitterte er am Freitagnachmittag. Dabei habe man über den Start eines neuen, sehr bedeutenden Projekts gesprochen, das die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee erhöhen werde. „Details folgen bald“, schrieb Resnikow.

Wenig später war klar, was er meinte. Die ersten 15 der bereits Ende April versprochenen „Gepard“-Flugabwehrpanzer sollen im Juli an die Ukraine geliefert werden, weitere 15 sollen im Sommer folgen. Ihr ukrainischer Amtskollege habe ausdrücklich nochmals bestätigt, dass sein Land die schnellstmögliche Lieferung des Waffensystems „einschließlich der vorhandenen 59.000 Schuss Munition aus Deutschland wünscht“, sagte Lambrecht nach der Videoschalte.

Nur einen Tag zuvor hatte Oppositionsführer und CDU-Chef Friedrich Merz im Bundestag kritisiert, dass derzeit entgegen der Ankündigung der Bundesregierung praktisch keine schweren Waffen an die Ukraine geliefert würden, und die Entlassung von Lambrecht gefordert. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) hatte Merz daraufhin vorgeworfen, schlecht informiert zu sein. Sonst hätte er gewusst, dass schwere Waffen vorbereitet würden, sagte sie im TV-Sender „Welt“.

Um den „Gepard“ hatte es einige Verwirrung gegeben. Die bei der Bundeswehr längst ausgemusterte Flugabwehrwaffe stand direkt nach Kriegsausbruch auf der Wunschliste der Ukrainer. Laut dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk habe die Bundesregierung aber signalisiert, dass es für den „Gepard“ keine Munition gebe. Deshalb sei die ukrainische Seite von der Ankündigung Ende April, dass die Panzer jetzt doch geliefert werden sollten, überrascht worden. Ohne Munition sei das System aber wertlos, sagte Melnyk.

Die beiden 35-Millimeter-Maschinenkanonen können zusammen bis zu 1100 Schuss pro Minute abfeuern, sodass der von Lambrecht in Aussicht gestellte Munitionsvorrat schnell erschöpft sein dürfte. Ob die Ukraine auf Munition aus anderen Ländern hoffen kann, ist bisher nicht bekannt. Der „Gepard“ ist beispielsweise noch in Brasilien im Einsatz – und in Katar, wo er zum Schutz der Stadien bei der Fußball-Weltmeisterschaft eingekauft wurde. Die Schweiz hatte Deutschland die Weitergabe von in der Schweiz produzierter Munition unter Berufung auf ihr Neutralitätsgebot untersagt.

Für den Einsatz vorbereitet werden sollen die „Gepard“-Panzer für die Ukraine bei der Industrie. Der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann verfügt über eine mittlere zweistellige Zahl aus der aufgelösten Heeresflugabwehr der Bundeswehr. Laut Lambrecht sollen ab Mitte Juli auch die ersten ukrainischen Besatzungen ausgebildet sein.

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