Ukraine-Krieg: Deutschland liefert Leopard-2-Panzer an Tschechien
Tschechien soll diese Waffen als Austausch für Gerät erhalten, das in die Ukraine geliefert wird.
Foto: ReutersBerlin. Deutschland wird im Rahmen des sogenannten Ringtauschs 15 Kampfpanzer des älteren Typs Leopard 2 A4 an Tschechien liefern. Dies teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch mit. Tschechien liefert im Gegenzug schwere Waffen aus eigenen Beständen an die Ukraine. Nach Medienberichten ist dies bereits mit Panzern der sowjetischen Bauart T-72, BMP-1-Schützenpanzern und Dana-Haubitzen geschehen.
„Der Ringtausch mit Tschechien ist ein weiteres, sehr gutes Beispiel dafür, wie wir der Ukraine schnell und unkompliziert in ihrem mutigen Kampf gegen die russische Aggression beistehen können“, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD). „Tschechien liefert schwere Waffen, wir helfen beim Schließen der Lücken mit Leopard-Panzern aus deutschen Industriebeständen.“
Die Panzer kommen aus Beständen der deutschen Rüstungsindustrie. Die Kosten übernimmt Deutschland. Im Lieferumfang sollen auch Munition und Ersatzteile enthalten sein, hieß es. Ein Vertrag werde im Laufe des Sommers unterzeichnet, teilte die tschechische Verteidigungsministerin Jana Cernochova am Mittwoch in Prag mit.
Wie aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen zu hören ist, könnte die Industrie bis zu 25 ausgemusterte Leopard 2 A4 liefern, die aber modernisiert werden sollen. Bei der Bundeswehr waren Panzer dieser Baureihe in den 1980er- und 1990er-Jahren eingeführt worden. Bisher gibt es für die geplante Lieferung an Tschechien aber noch keinen Exportantrag.
Neben der Lieferung der Panzer wird die Bundeswehr die Ausbildung tschechischer Soldatinnen und Soldaten unterstützen. Außerdem werde Tschechien Verhandlungen über den möglichen Kauf von bis zu 50 neuen Panzern der modernen Variante Leopard 2 A7+ aufnehmen, kündigte Cernochova an: „Deutschland ist seit Langem unser wirtschaftlicher Schlüsselpartner – im Bereich der Verteidigung galt das bisher nicht, und das wollen wir ändern.“
Auch Panzerhaubitzen werden geliefert
Firmen wie Rheinmetall, die noch über größere Bestände ausgemusterten Geräts verfügen, hatten schon frühzeitig angeboten, Leopard-Kampfpanzer oder Marder-Schützenpanzer instand zu setzen und für eine Lieferung an die Ukraine vorzubereiten. Bisher lehnt die Bundesregierung aber eine direkte Lieferung solcher Waffen in das Kriegsgebiet ab.
Zugesagt hat sie aber Flugabwehrpanzer des Typs Gepard, ebenfalls aus Industriebeständen. Hier stellt sich aber das Problem, dass der Gepard relativ komplex zu bedienen und außerdem kaum Munition verfügbar ist. Zudem ist Deutschland bereit, der Ukraine gemeinsam mit den Niederlanden zwölf Panzerhaubitzen 2000 zur Verfügung zu stellen. Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an dem Gerät hat in Rheinland-Pfalz bereits begonnen.