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RohstoffpreiseNeubau verteuert sich wie seit 50 Jahren nicht mehr

Die Preise für den Bau eines neuen Hauses sind im Mai aufgrund von explodierender Baumaterialpreise kräftig gestiegen. Die Sorge vor sinkender Nachfrage wächst. 08.07.2022 - 11:10 Uhr Artikel anhören

Die Materialkosten für den Bau eines Hauses steigen weiter an. Die Baubranche befürchtet, dass sich bald keiner mehr ein Eigenheim leisten kann.

Foto: dpa

Berlin. Angesichts massiv steigender Materialkosten ziehen die Preise für Neubauten so stark an wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Sie legten hierzulande im Mai um 17,6 Prozent zum Vorjahr zu, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Das ist der größte Zuwachs gegenüber einem Vorjahr seit Mai 1970. Im Februar 2022 waren die Preise im Vorjahresvergleich lediglich um 14,3 Prozent gestiegen. Alle Preisangaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Rohbauarbeiten an Wohngebäuden verteuerten sich laut dem Statistikamt im Mai binnen Jahresfrist um 18,6 Prozent. Die Dachdecker erhöhten ihre Preise um 19,4 Prozent, Zimmerer verlangten 15,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für die Bauunternehmen bedeuteten steigende Preise aber keinesfalls eine Ertragssteigerung, betonte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim Oliver Müller: „Im Gegenteil: die Baupreissteigerung ist ein Ergebnis explodierender Baumaterialpreise, auf denen die Unternehmen entweder sitzenbleiben, oder sich das Risiko erhöht, dass Investoren vor neuen Projekten zurückschrecken.“

Er verweist darauf, dass der Erzeugerpreisindex für Stahl im Mai binnen Jahresfrist – je nach Sorte – um bis zu 94 Prozent, für Bauholz um 34 Prozent und für Dämmwolle um 20 Prozent zugelegt habe. Hinzu komme, dass Lieferanten kaum noch Preiszusagen machten.

Für die Bauunternehmen sei eine Angebotsabgabe daher zurzeit mit erheblichen Risiken verbunden. Sie wüssten schlicht nicht, ob ihre ursprüngliche Kalkulation bei Baubeginn noch Bestand habe, oder ob sie auf den gestiegenen Kosten sitzenblieben.

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Müller befürchtet, dass neue Wohnungsbauprojekte aufgrund der gestiegenen Baukosten und der wieder anziehenden Zinsen erst einmal zurückgestellt werden: „Der Traum vom Eigenheim wird für einige Haushalte wohl erst einmal ein Traum bleiben, wenn das ursprünglich eingeplante Budget - auch angesichts gleichzeitig steigender Energie- und Lebenshaltungskosten - nicht mehr ausreicht.“

rtr
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