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Canyon BicyclesBasketball-Ikone LeBron James steigt bei deutschem Fahrrad-Konzern ein

Mehrere neue US-Investoren sollen helfen, das US-Geschäft von Canyon auszubauen. Das zeigt: Die Fahrradindustrie ist für die Investmentszene interessant geworden.Axel Höpner, Arno Schütze 29.07.2022 - 12:19 Uhr Artikel anhören

Der US-Sportler steigt beim deutschen Fahrradhersteller Canyon ein.

Foto: AP

München. LeBron James ist nicht nur der bestverdienende Basketballer der Welt. Er ist auch ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Der Amerikaner ist schon zu NBA-Spielen geradelt, einer Schule stiftete er für jedes Kind Fahrrad und Helm. „Wenn du ein Rad hattest, konntest du es laufen lassen und frei sein“, erzählte er einmal dem „Wall Street Journal“ mit Blick auf seine eigene Kindheit.

Jetzt steigt die Basketball-Ikone beim deutschen Fahrradhersteller Canyon ein. James beteiligt sich mit seiner Investmentfirma LRMR an dem Versender, die er gemeinsam mit seinem langjährigen Geschäftspartner und Ex-Manager Maverick Carter betreibt.

Die beiden sollen helfen, die Expansion des US-Geschäfts von Canyon voranzutreiben. Für den Radhersteller sind die USA bereits der zweitwichtigste Markt mit einem Umsatzanteil von etwa 25 Prozent.

Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Fahrradindustrie seit dem Radboom in Coronazeiten für internationale Investoren an Bedeutung gewonnen hat. Canyon war Ende 2020 für laut Branchenschätzungen 800 Millionen Euro von der Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) übernommen werden. Die Belgier bleiben Mehrheitseigentümer.

In der neuen Finanzierungsrunde stieg nun neben LRMR auch noch die US-Private-Equity-Firma SC Holdings ein, die an Marken wie Athletic Greens, Hyperice und Just Women's Sports beteiligt ist. „Wir waren zwar nicht aktiv auf der Suche nach neuen Investoren“, sagte Canyon-Gründer Roman Arnold. „Aber LRMR und das SC-Team haben unsere Mission, das inspirierendste und innovativste Fahrradunternehmen der Welt zu gestalten, sofort verstanden.“

Basketball-Profi LeBron James zählte laut Wirtschaftsmagazin Forbes im vergangenen Jahr zu den fünf bestverdienenden Sportlern der Welt. Sein Einkommen lag dem Ranking zufolge einschließlich Sponsorenverträgen bei 96,5 Millionen Dollar. Den NBA-Titel gewann er zuletzt 2020 mit den Los Angeles Lakers, er wurde zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt.

Immer wieder engagierte er sich aber auch im Fahrradsektor. So radelte er bei der „Critical Mass“ mit, auf der Radler in aller Welt eine bessere Infrastruktur fordern. Zudem war er zeitweise auch an Cannondale beteiligt.

LeBron James investiert in der Sport-Branche

Auch sonst ist er als Geschäftsmann sehr aktiv. So stieg er unter anderem 2017 mit LRMR beim FC Liverpool ein und ist Partner der Fenway Sports Group, die an den Boston Red Sox beteiligt ist. LRMR Ventures ist auch im Marketing und der Medienproduktion aktiv. Zudem ist James an der Tequila-Marke Lobos 1707 beteiligt.

Viele seiner Engagements tätigte er gemeinsam mit Maverick Carter. „Als begeisterter Radfahrer und Markenentwickler freue ich mich sehr auf die Partnerschaft mit Canyon“, sagte der nun zum Einstieg bei Canyon. Die Qualität der Produkte, die Stärke der Marke und das einzigartige Vertriebsmodell böten viele Chancen.

Canyon ist einer der Pioniere im Fahrrad-Onlinehandel. Die Marke ist auch bei Profiradsportlern im Einsatz, etwa bei der Tour de France. Das Unternehmen erzielte 2020 einen Umsatz von 416 Millionen Euro - neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Das Wachstum lag in den vergangenen Jahren kontinuierlich bei etwa 20 Prozent. Für ihre kleineren Minderheitsbeteiligungen zahlten die neuen US-Investoren nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen 30 Millionen Euro. Damit wurde Canyon mit 750 Millionen Euro bewertet.

„Der Einfluss von Canyon auf Radsport und -kultur ist überall spürbar, von den Profis auf der Tour bis hin zu den Freizeitradlern auf den Straßen und Trails der Welt“, sagte Jason Stein, Gründer von SC Holdings. Er freue sich darauf, „die Wachstumschancen in den USA zu nutzen“.

In der Pandemie hatten viele Menschen das Fahrradfahren wieder für sich entdeckt. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland laut Branchenverband ZIV zwar nur leicht auf 6,6 Milliarden Euro. Das lag aber an der mangelnden Verfügbarkeit von Teilen und Fahrrädern. Zum Vergleich: 2018 lag der Umsatz noch bei nur gut drei Milliarden Euro.

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Mit den wachsenden Umsätzen ist die Branche auch für Investoren interessanter geworden und es kommt zu einer Konsolidierung. Anfang des Jahres kündigte ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaft KKR die Übernahme des niederländischen Herstellers Accell Group mit Marken wie „Batavus“ und „Sparta“ für rund 1,6 Milliarden Euro an.

Im vergangenen Jahr hatte bereits der niederländische Konzern Pon Holdings für 700 Millionen Euro die Fahrradtochter des kanadischen Mischkonzerns Dorel Industries übernommen. Damit sicherte sich Pon Marken wie Cannondale und Schwinn und verdoppelte den Umsatz im Fahrradgeschäft auf etwa 2,3 Milliarden Euro.

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