Kampf gegen Inflation: Billiger tanken: Viktor Orban macht es möglich und stürzt den Benzinmarkt ins Chaos
Der Benzinverbrauch in Ungarn ist im ersten Halbjahr 2022 um 20 Prozent gestiegen.
Foto: ReutersWien. Mit den Autofahrern will es sich kein Politiker verscherzen. Das gilt besonders in Zeiten, in denen der Benzin- und der Dieselpreis in die Höhe schießen. Deshalb hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bei diesen Treibstoffen bereits Mitte November 2021 eine Obergrenze pro Liter von 480 Forint (1,21 Euro) verfügt.
Den Markt an der Tankstelle hat das aber mittlerweile komplett aus dem Gleichgewicht gebracht – immer wieder fehlt es an Treibstoffen, um die Nachfrage zu befriedigen. Orban und seine Entourage haben übersehen: Ein künstlich niedrig gehaltener Preis stimuliert die Nachfrage der Verbraucher und führt zu einer Verknappung des Angebots. Auf die erste Intervention im Winter sind deshalb weitere gefolgt, und die Eingriffe werden immer absurder.
In Osteuropa machte sich die Teuerungswelle bereits im vergangenen Herbst stärker bemerkbar als im Westen des Kontinents. Mittlerweile ist die Inflation in Ungarn auf 13,7 Prozent gestiegen. Für Orban kam diese Entwicklung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn Anfang April standen Parlamentswahlen an.