Wall Street: New Yorker Börsen schließen uneinheitlich – Nasdaq bleibt stabil
US-Aktienmärkte haben am Donnerstag im Handelsverlauf ihre Gewinne ausgebaut und deutlich fester geschlossen.
Foto: ReutersNew York / Frankfurt. Die US-Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent tiefer auf 32.909 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 12.381 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 4128 Punkte ein.
Im Handelsverlauf hatten schwache Konjunkturdaten Tech-Anleger in den USA etwas aufatmen lassen. Einige hoffen, dass die US-Notenbank Fed bei ihrem weiteren geldpolitischen Kurs angesichts einer schrumpfenden Wirtschaftsaktivität etwas weniger aggressiv vorgehen könnte als bislang angenommen.
Die Geschäfte in der US-Privatwirtschaft gingen im August den zweiten Monat in Folge zurück, der S&P-Einkaufsmanagerindex fiel auf 45 Zähler und lag damit deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die hohe Inflation und die schärferen Kreditbedingungen der Banken verdarben Verbrauchern die Kauflaune. „Schwächere Konjunkturdaten haben eine Erholung am Aktienmarkt angekurbelt, vor allem an der Nasdaq“, sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth Management. „Sie lassen Investoren, vor allem Algorithmen, glauben, dass die Fed nicht ganz so aggressiv vorgehen wird.“
In dem Zusammenhang warten Anleger mit Spannung auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole ab Donnerstag, wo Fed-Chef Jerome Powell sich zum weiteren Kurs der Notenbank äußern dürfte. Er gehe davon aus, dass Powell sich stärker für eine straffere Geldpolitik einsetzen dürfte als allgemein erwartet, sagte Chris Grisanti, Chefstratege bei MAI Capital Management. „Er wird ein weiteres Mal bekräftigen, dass das Hauptziel der Fed ist, die Inflation in den Griff zu bekommen – er ist nicht dazu da, die Aktien- oder Anleihemärkte zu unterstützen.“
Ölkonzerne gehören zu den Gewinnern
Bei den Einzelwerten gehörten die Aktien von Ölkonzernen zu den Gewinnern. Die Papiere von Chevron legten 3,2 Prozent zu, die Titel von ExxonMobil 4,2 Prozent. Sie profitierten vom gestiegenen Ölpreis: Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um bis zu 3,6 Prozent auf 99,98 Dollar je Barrel, leichtes US-Öl kostete mit 94,22 Dollar 4,3 Prozent mehr. Saudi Arabien hatte am Montag Produktionskürzungen des Ölkartells Opec und seiner Verbündeten ins Spiel gebracht. Insidern zufolge steht ein derartiger Schritt zwar nicht unmittelbar bevor, aber könnte nötig sein, falls die Sanktionen gegen den Iran im Zuge der Atomverhandlungen aufgehoben werden und zusätzliches Öl auf den Markt kommt.
Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von Zoom, sie verloren 16,5 Prozent. Der Anbieter von Software für Videokonferenzen bekommt die zunehmende Konkurrenz zu spüren und schraubte nach einem Wachstumseinbruch im abgelaufenen Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr herunter. „Zoom bleibt ein 'Zeigs-Mir-Unternehmen', bei dem die Firma ein großes Potenzial sieht, aber der Markt das nicht glauben will“, sagte Rishi Jaluria, Softwareexperte bei RBC Capital Markets.
Blick auf weitere Einzelwerte
Palo Alto Networks: Die Papiere stiegen um etwa zwölf Prozent. Das Cybersicherheitsunternehmen hatte besser als erwartete Quartalsergebnisse gemeldet und eine positive Prognose abgegeben. Der Vorstand von Palo Alto hat einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3 genehmigt.
Macy's: Die Aktien des Einzelhändlers stiegen um 3,8 Prozent. Das Unternehmen hatte die Umsatz- und Gewinnprognosen für das zweite Quartal übertroffen. Zudem gingen die vergleichbaren Ladenumsätze weniger als erwartet zurück. Die US-Kaufhauskette bekommt die nachlassende Kaufkraft der Verbraucher zu spüren und schraubt ihre Jahresprognose etwas zurück. Angesichts der hohen Inflation würden vor allem Kunden mit niedrigem Einkommen weniger Geld beispielsweise für Freizeit- und Sportbekleidung ausgeben, teilte der Konzern am Dienstag mit.
Dick's Sporting Goods: Der Sportartikelhändler übertraf die Umsatz- und Gewinnschätzungen für das zweite Quartal und hob seine Prognose für das Gesamtjahr an. Die vergleichbaren Umsätze sanken im Quartal um 5,1 Prozent, was jedoch geringer war als der von den Analysten erwartete Rückgang von 6,9 Prozent. Die Aktie legte um 0,7 Prozent zu.
Medtronic: Die Papiere gaben um bis zu drei Prozent nach, obwohl das Unternehmen einen Quartalsgewinn und -umsatz gemeldet hatte, die über den Prognosen der Analysten lagen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr, da der Hersteller von Medizinprodukten durch Probleme in der Lieferkette beeinträchtigt wurde.
JD.com: Das in China ansässige E-Commerce-Unternehmen meldete besser als erwartete Quartalsergebnisse und verzeichnete einen Anstieg der aktiven Kundenkonten um 9,2 Prozent. Nach einem Start im Minus legten die JD.com-Aktien um 2,9 Prozent zu.
Warner Bros.: Fast zehn Millionen Zuschauer sahen das Game of Thrones"-Prequel House of the Dragon“ auf dem HBO Max-Dienst des Unternehmens, ein Rekord für ein HBO-Seriendebüt. Warner-Aktien legten um 1,6 Prozent zu.
Pinduoduo: Das Unternehmen plant den Start einer internationalen E-Commerce-Plattform im nächsten Monat. Das vermeldet die Nachrichtenagentur Reuters. Pinduoduo-Aktien stiegen um 5,6 Prozent.