Präsident Widodo im Interview: Nickel-Großmacht Indonesien wirbt um deutsche Elektroauto-Hersteller
Der Rohstoff ist weltweit zunehmend gefragt, unter anderem für die Elektroautoproduktion.
Foto: imago/Pacific Press AgencyJakarta. Der weltweite Konkurrenzkampf um den künftigen Markt der Elektromobilität ist voll entbrannt. Werden deutsche Autokonzerne ihre Batterien und E-Fahrzeuge künftig nicht mehr in Europa, sondern in Indonesien produzieren? So jedenfalls will es Indonesiens Präsident Joko Widodo, der im Handelsblatt-Interview massiv um deutsche Autohersteller wirbt.
Seine Botschaft: Das Land mit dem weltweit größten Nickelvorkommen ist der ideale Produktionsstandort für die deutsche Autoindustrie. Für die Konzerne sei es so möglich, die komplette Lieferkette abzudecken – von den Nickelschmelzanlagen über die Batteriefertigung bis zum fertigen Auto. Indonesien soll zum globalen Zentrum der Automobilindustrie werden.
Der Trend zu Elektroautos bedeutet für Schwellenländer eine große Chance. Bis 2030 wird sich allein der Markt für Batterien versiebenfachen, schätzt der Finanzdienstleister S&P Global. Entsprechend attraktiv ist es, jetzt einen möglichst großen Teil der Lieferkette für Batterien anzusiedeln.
Elektroautos: Indonesien wirbt mit Nickel um deutsche Autohersteller
Joko Widodo möchte die Chance nutzen, die sich aus den Rohstoffvorkommen in seinem Land ergeben. „Wir laden Unternehmen aus der ganzen Welt ein, hier zu investieren und sich an den Lieferketten zu beteiligen“, sagte er dem Handelsblatt. „Wir verschließen uns nicht, wir sind für jeden offen.“