Rohstoffe: Härtetest für die Lithium-Rally
Der chilenische Bergbaukonzern SQM fördert in der Atacama-Salzwüste im Norden des Landes Lithium.
Foto: dpaFrankfurt. Es ist als Bestandteil in E-Auto-Batterien derzeit einer der gefragtesten Rohstoffe: Lithium. Einen Ersatz gibt es zurzeit nicht, weiß Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank: „Die meisten Experten gehen davon aus, dass es auch in 20 Jahren noch gebraucht wird.“
Dementsprechend fulminant ist auch die Preisentwicklung. Während der Preis im Coronajahr 2020 noch am Boden lag, hat der Preis für Lithiumkarbonat dieses Jahr eine rasante Klettertour hingelegt, unterbrochen nur von einem kleinen Zwischentief im Frühjahr. Seitdem geht es wieder bergauf.
Aktuell kostet eine Tonne Lithiumkarbonat am chinesischen Spotmarkt fast 82.000 US-Dollar – das ist nicht nur fast doppelt so viel wie zu Jahresbeginn, sondern auch etwa 14-mal so viel wie am absoluten Tiefpunkt im Juli 2020, als lockdownbedingte Produktionsbeschränkungen die Nachfrage drückten.
Dennoch wird der Lithiumpreis zumindest in den nächsten Jahren seinen Höhenflug kaum fortsetzen, glaubt Michael Hartnett, Investmentstratege bei der Bank of America. Es gebe derzeit viele Lithium-Projekte, das lasse trotz mancher Unwägbarkeit erwarten, dass zumindest die schlimmste Knappheit in den kommenden Jahren überwunden sein wird. Hartnett geht davon aus, dass der Preis für eine Tonne Lithiumcarbonatäquivalent bis 2026 wieder auf unter 15.000 Dollar fällt.