Atomkraft: So weit sind andere Länder bei Kernfusion, SMR und Atommüll
Angesichts von Klima- und Ukrainekrise fließen weltweit Milliarden in die Erforschung neuer Technologien.
Foto: Dpa, BASE, GAO [M]Düsseldorf, Berlin. Mit der Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke ist in Deutschland nicht nur die Ära der Kernenergie vorbei. Auch die Zukunft der Nuklearforschung ist fraglich, fürchten viele. „Wir schneiden damit einen ganzen Forschungszweig ab und wissen gar nicht, was in zehn, zwanzig Jahren noch alles kommen kann“, warnte Eon-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley kürzlich im Handelsblatt.
Während das Ende der Atomkraft hierzulande laut Wirtschaftsminister Robert Habeck „unumkehrbar“ ist, fließen in anderen Ländern auch angesichts von Klima- und Ukrainekrise Milliarden in die Erforschung neuer Technologien.
Ein Beispiel ist die Kernfusion. Ihre Anhänger versprechen sich davon dauerhaft verfügbaren Strom, und das fast ganz ohne radioaktiven Müll. Nach Angaben der Fusion Industry Association (FIA) wurden auf dem Feld innerhalb von zwei Jahren insgesamt 4,8 Milliarden Dollar investiert. Allein im vergangenen Jahr seien 2,8 Milliarden Dollar hinzugekommen.
Atomausstieg bedeutet nicht Ende nuklearer Forschung
Hierzulande sitzen zwar mehrere der seltenen Start-ups, die sich dem Traum von der Fusionsenergie verschrieben haben. In der Forschung spielt Deutschland allerdings kaum eine Rolle. Schon jetzt werden Kerntechnik-Lehrstühle nicht mehr nachbesetzt. Tausende von Fachkräften sind in den vergangenen Jahren abgewandert.