Alternative Anlagen: Zinswende und Liquiditätsprobleme treffen private Kreditfonds
Die rasante Zinswende in den USA und im Euro-Raum hat die Parameter für das Geschäft der Private-Debt-Fonds komplett verändert.
Foto: imago images/Cavan ImagesFrankfurt. Kaum ein Segment des weltweiten Finanzmarkts hat in den vergangenen Jahren einen solchen Boom erlebt wie die privaten Kreditfonds – im Fachjargon als Private Debt bezeichnet. Doch jetzt sehen eine ganze Reihe prominenter Experten für das Geschäft mit Unternehmenskrediten, die nicht von Banken vergeben werden, ernste Probleme auf die erfolgsverwöhnte Branche zukommen.
Thomas Friedberger, stellvertretender Vorstandschef von Tikehau Capital, einem der führenden Anbieter in Europa, spricht von Übertreibungen, die ihm große Sorgen bereiten. Friedberger sagt: „In den kommenden Monaten muss sich die Private-Debt-Branche auf höhere Ausfallraten bei den Unternehmen einstellen. Gründe hierfür sind das niedrigere Wirtschaftswachstum beziehungsweise die Gefahr einer Rezession“.
Benoit Anne, Investmentexperte beim US-Vermögensverwalter MFS, pflichtet bei: „Die Zeiten für Private Debt werden schlechter“, sagt er mit Blick auf die deutlich gestiegenen Zinsen. Beide Experten rechnen mit einer Konsolidierung des Marktes.
Kreditfonds vergeben Darlehen an Unternehmen und setzen dafür Kapital ein, das Investoren ihnen anvertrauen. „Noch sind die Forderungsausfälle für die Kreditfonds gering, aber sie werden zunehmen, das haben frühere Finanz- und Wirtschaftskrisen gezeigt“, warnt Friedberger.