Alzheimer-Medikament: Leqembi in den USA erstmals vollständig zugelassen
Gemeinsam mit dem Partner Eisai hat der US-Konzern das erste Medikament entwickelt, das den Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung nachweisbar verlangsamt.
Foto: BiogenFrankfurt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals eine vollständige Zulassung für eine Therapie erteilt, die das Fortschreiten einer Alzheimer-Erkrankung verlangsamt. Das teilte die Behörde am Donnerstagabend mit. Das vom US-Biotechunternehmen Biogen und dem japanischen Pharmakonzern Eisai entwickelte Medikament Leqembi gilt als Meilenstein bei der Behandlung der tödlichen Erkrankung.
Bisher verfügbare Medikamente konnten nur die Symptome wie etwa Unruhe behandeln, veränderten aber nicht den Verlauf der Krankheit, die zu einem Gedächtnisverlust und schließlich zum Tod führt. Eisai und Biogen hatten in einer großen klinischen Studie mit knapp 1800 Teilnehmern zeigen können, dass Leqembi den kognitiven Verfall bei den behandelten Patienten gegenüber der Vergleichsgruppe um 27 Prozent reduzieren kann.
Der Bedarf an einer wirksamen Behandlung ist hoch: Weltweit gibt es laut Weltgesundheitsorganisation rund 55 Millionen Menschen mit Demenz, rund zwei Drittel davon leiden an der Alzheimer-Erkrankung. Die Zahl der Erkrankten in Deutschland wird auf mehr als 1,5 Millionen Menschen geschätzt, in den USA sollen es mehr als sechs Millionen sein.