Devisen: Der Yuan fällt und fällt – Experten erwarten anhaltende Schwäche
Die Landeswährung leidet unter der schwachen Wirtschaft.
Foto: ReutersFrankfurt. Das Ausmaß der aktuellen Schwäche der chinesischen Währung Yuan lässt sich an einer Meldung ablesen: In der vergangenen Woche sah sich die chinesische Notenbank genötigt, in einer ihrer Publikationen auf ihre Mittel im Falle einer Währungskrise hinzuweisen.
Der Yuan notierte zu diesem Zeitpunkt auf einem Siebenmonatstief im Vergleich zum US-Dollar und lag nahe seines 15-Jahres-Tiefs aus dem ersten Quartal 2008. Auch gegenüber dem Euro ist er derzeit so schwach wie seit über zwei Jahren nicht mehr.
Devisenexperten sehen vor allem kurzfristig weitere Risiken. Grund sind die wirtschaftlichen Probleme Chinas. Eine Stabilisierung der Währung erwarten viele Analysten erst, wenn die US-Notenbank Fed ihre Zinserhöhungen beendet. Dabei waren sie zu Jahresbeginn noch regelrecht euphorisch gewesen angesichts der Aufhebung der Coronarestriktionen dort.
Commerzbank-Devisenexperte Tommy Wu sieht vor allem einen Grund für die Yuan-Schwäche. „Die nachlassende Wachstumsdynamik belastet das Anlegervertrauen und schmälert die Attraktivität chinesischer Anlagen“, sagt er. Aus seiner Sicht sind „die Abwärtsrisiken beträchtlich, da das geringe Vertrauen des Privatsektors und die Flaute am Arbeitsmarkt noch längere Zeit anhalten könnten“.