Märkte Insight: Unruhe an den Börsen: Was plant die mächtigste Notenbank der Welt?
Derzeit gibt es viele Meinungen an der Börse darüber, welche Richtung die Fed einschlägt.
Foto: ReutersFrankfurt. Kurz schien es so, als sei der Zinsgipfel zumindest in den USA greifbar. Die sich abschwächende Inflation ließ Strategen und Anleger frohlocken, dass das Ende der Zinserhöhungsphase der US-Notenbank Fed erreicht ist. Die Aktienkurse setzten zum Ende der Woche zu einem neuen Aufwärtskurs an.
Doch auch dieser währte nicht lang: Etwas höhere neue Erzeugerpreise als erwartet in der größten Volkswirtschaft der Welt und die Mahnung einer namhaften US-Notenbankerin, dass eine Zinspause der Fed längst noch nicht ausgemacht sei, brachten die Unsicherheit zurück und Aktien- und Anleihekurse erneut unter Druck. In der neuen Woche könnten nun vor allem Konjunkturdaten Orientierung geben.
Am Markt herrscht nun völlige Ratlosigkeit, was die US-Geldpolitik angeht. Jan Gengel, Analyst der Weberbank, meint: Von „es sind noch weitere Schritte zu befürchten“ über „das war es jetzt mit den Zinserhöhungen“ bis zu „Hoffnungen auf baldige Leitzinssenkungen“ seien alle Meinungen vertreten.
Mohamed El-Erian, Chefberater des Versicherers Allianz, verweist auf die Hartnäckigkeit der Inflation in der wichtigen Dienstleistungssparte. Der Sektor steht für gut drei Viertel der Wirtschaftskraft der USA. Er habe für den überraschenden Anstieg der US-Erzeugerpreise im Juli von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesorgt, der die Renditen von US-Staatsanleihen steigen ließ.