Immobilien: Mit diesen Maßnahmen könnte die Politik die Baukrise lindern
Dem Bausektor machen die gestiegenen Zinsen und die noch immer hohen Preise für Baustoffe zu schaffen.
Foto: dpaBerlin. Der Wohnungsbau in Deutschland setzt seine Talfahrt ungebremst fort. Im Juli klagten 40,3 Prozent der Unternehmen über einen Auftragsmangel, wie das Münchener Ifo-Institut am Montag mitteilte. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 10,8 Prozent. „Es braut sich ein Sturm zusammen“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.
Das sind weitere schlechte Nachrichten für Bauministerin Klara Geywitz (SPD). Schon im ersten Halbjahr 2023 gingen die Baugenehmigungen deutlich zurück und lagen 27 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte.
Geywitz arbeitet derweil an Gegenmaßnahmen. Die SPD-Politikerin kündigte an, die Verschärfung der Energiestandards für Neubauten verschieben zu wollen. Es sei angesichts hoher Baukosten und zurückgehender Antragszahlen nicht die Zeit dafür, sagte Geywitz.
Zuvor hatte die Ministerin bereits Steuererleichterungen versprochen. Diese hätten zeitgleich mit dem Wachstumschancengesetz von Finanzminister Christian Lindner (FDP) kommen sollen. Nun will sie Ende September ein Hilfspaket vorstellen.
Die Grünen fordern derweil ein 30 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm. „Die Bauwirtschaft ist in einer schwierigen Lage und ihr brechen die Aufträge weg“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge dem Handelsblatt. Ökonomen schlagen vor, dass der Staat selbst als Nachfrager einspringt, um die Branche zu stützen.