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Morning Briefing Plus – Die WocheDie großen Fragen zu KI – Der Rückblick des Chefredakteurs

Deutschland hat eine Chance im Feld der Künstlichen Intelligenz, sagt die ehemalige KI-Chefin von SAP. Feiyu Xu sieht eine Marktlücke. Dieses und andere wichtige Themen der Woche.Sebastian Matthes 26.08.2023 - 08:30 Uhr
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Foto: Handelsblatt

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Willkommen zurück zu unserem Blick auf die wichtigsten Ereignisse der Woche. Wobei man sich mit Blick auf die Konflikte in der Berliner Regierung inzwischen ja fragt, ob es ein paar Ereignisse weniger nicht auch täten. 

Es ist deshalb zu hoffen, dass die bislang eher wenig ambitionsauffällige Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger mit ihrer neuen KI-Förderung Erfolg hat. Mehr als 1,6 Milliarden Euro plant ihr Ministerium in dieser Legislaturperiode in KI-Projekte zu stecken. Als Freund der Ironie finde ich es schön, dass ausgerechnet diese uneinige Regierung Maschinen fördert, die eindeutige Antworten auf die ihr gestellten Fragen geben.

Bettina Stark-Watzinger: Die Bundesforschungsministerin will KI besonders in den Bereichen Industrie, Robotik, Gesundheit und Bildung fördern.

Foto: IMAGO/Mike Schmidt

Man muss nun sagen: 1,6 Milliarden Euro klingt nach viel, ist in Wahrheit aber doch recht wenig im Vergleich etwa zu Microsoft. Der Konzern hat rund 13 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Erfinder OpenAI investiert. Allerdings wird Microsoft auch nicht von einer Ampel regiert.

Deutschland hat dennoch eine Chance in dem Feld, sagt die ehemalige KI-Chefin von SAP Feiyu Xu: Denn die großen Sprachmodelle von ChatGPT und anderen sind auf allen mehr oder weniger frei verfügbaren Daten im Netz trainiert, nicht aber auf Maschinen- und Prozessdaten der Unternehmen. Hier sieht Xu eine riesige Marktlücke für deutsche Start-ups. Und diese Lücke will sie mit ihrem neuen Unternehmen Nyonic schließen.

Über ihre Visionen sprach Xu beim traditionellen Terrassengespräch, für das mehr als 100 Gäste auf die Dachterrasse unseres Düsseldorfer Verlagshauses kamen. Zusammen mit der Unternehmerin Katharina Borchert, dem KI-Experten Hamidreza Hosseini und dem Kommunikationswissenschaftler Felix M. Simon haben wir die ganz großen Fragen diskutiert: Wie wird Künstliche Intelligenz unsere Welt verändern? Wie steht es im Technologiewettstreit zwischen den USA und China wirklich? Welche Jobs lassen sich heute schon automatisieren? Welche Rolle spielt der Journalismus künftig?

Eine Frage hat die Runde und das Publikum am meisten bewegt: Wie sieht ein Bildungssystem aus, das unsere Kinder auf diese Zukunft vorbereitet? Im Laufe dieser Diskussion ist mir die Geschichte des kleinen Ritters Leo eingefallen, der neulich abends in das Leben meiner Kinder getreten ist. Und dieser Gedanke hat mich dann auf meinen aktuellen Leitartikel gebracht.

Feiyu Xu war KI-Chefin bei SAP, jetzt hat sie das Start-up Nyonic gegründet.

Foto: Nyonic

Diese Woche startet das neue Handelsblatt-KI-Briefing. Ab sofort schreibt unser KI-Team um Larissa Holzki jeden Freitag über die wichtigsten News, Innovationen, Debatten und vor allem die spannendsten KI-Anwendungen. Uns interessiert dabei vor allem die Frage, wie Unternehmen die Technologie einsetzen, wie jeder Einzelne mit neuen Tools effizienter werden kann und wie KI Geschäftsmodelle verändern wird. Interesse? Dann melden Sie sich hier an.

Was uns diese Woche sonst noch beschäftigt hat:

1: Diese Woche blickte die Welt nach Südafrika, zum Gipfel der BRICS-Staaten, die sechs weitere Länder aufnehmen wollen. Aber was bedeutet das eigentlich? Kann die bunte Truppe tatsächlich eine Gegenmacht zum Westen aufbauen? Und: Wie stehen die Mitglieder eigentlich wirtschaftlich da? Ein Team von fast einem Dutzend Korrespondentinnen und Korrespondenten hat zum Wochenende eine höchst lesenswerte Analyse über den ökonomischen Zustand des globalen Südens geschrieben.

Wie mächtig wird der neue Wirtschaftsblock BRICS Plus?

Foto: Mona Eing, Michael Meissner

2: Robert Habeck hat gerade jede Menge Ärger. Diese Woche platzte ihm der Kragen, als er im ZDF sagte „wir versauen es uns permanent selbst“. Dabei gab es aus seinem Ministerium diese Woche eigentlich auch echte News: Der Wirtschaftsminister will die Regeln für die Prüfung von Investitionen in Deutschland massiv erweitern, damit will er die deutsche Wirtschaft vor China schützen. Besonders sicherheitsrelevante Branchen sollen zukünftig genauer unter die Lupe genommen werden. Unser Berliner Büro hat die Details recherchiert.

3: Sebastian Kurz, der ehemalige österreichische Kanzler, hat auch Ärger. Nur etwas anders. Gegen ihn ist Anklage erhoben worden. Höchste Zeit, das zweite Leben des jungen Altkanzlers einmal genauer anzusehen. Kurz jettet durch die Welt, arbeitet mit Tech-Visionär Peter Thiel und investiert in Start-ups, schreiben Felix Holtermann und Daniel Imwinkelried. Die Ermittlungen sieht Kurz übrigens nicht als Hindernis, verrät er: Sie hätten ihn motiviert.

Sebastian Kurz: Wunderkind – oder Kommunikationsgenie mit wenig Substanz?

Foto: Handelsblatt

4: Schaut man nur auf die Geschäftszahlen, läuft es bei SAP gar nicht schlecht. Doch es gibt da noch Zahlen, die das Führungsteam lieber nicht in der Öffentlichkeit sehen würde: Nur 47 Prozent der Mitarbeitenden geben an, vollstes Vertrauen in ihren Vorstand zu haben. Die Gründe sind häufige Umstrukturierungen, Stellenabbau und die schwache Gehaltsentwicklung. Ach ja, und dann gibt es noch Ärger wegen der Saunas in den firmeneigenen Fitnessstudios.

5: Seit Wochen tobt ein Übernahmekampf um den deutschen Kunststoffhersteller Covestro. Gerade hat der arabische Ölkonzern Adnoc sein Gebot für das Unternehmen erneut angehoben – von 57 auf 60 Euro pro Aktie. Was passiert da wirklich hinter den Kulissen? Wie laufen die Verhandlungen ab? Was fordern die Deutschen? All das beschreibt mein Kollege Bert Fröndhoff in einem spannenden Inside-Report.

Der arabische Ölkonzern Adnoc bietet im Werben um den Dax-Konzern Covestro mehr als Geld.

Foto: Dpa, Reuters, Covestro [M]

6: Wir haben die Zahl der Kolumnen zu geopolitischen Fragen in den vergangenen Monaten stark ausgebaut. Ich habe diese Woche die neueste Folge von „Global Challenges“ mit besonderem Interesse gelesen. Der Politologe Brahma Chellaney vom Center for Policy Research in Neu-Delhi schreibt darin über „Chinas gefährliche Geheimnisse“, über geheime Marinebasen in Kambodscha, gigantische neue Staudammprojekte an internationalen Flüssen und undurchsichtige Kreditvergaben.

7: ChatGPT haben jetzt fast alle ausprobiert. Aber wie geht man damit im Unternehmen um? McKinsey, Bosch und dm arbeiten mittlerweile an eigenen Sprachmodellen. Auf was kommt es dabei an? Was bringt es? Welche Risiken sollten Unternehmen beachten? Unser neues KI-Team gibt die Antworten.

8: Wer noch einen letzten Beweis braucht, dass man mit KI jetzt schon Milliarden verdienen kann, muss auf Nvidia schauen. Die Chips des Tech-Konzerns sind für viele KI-Anwendungen existenziell, Tech-Firmen zahlen daher horrende Preise dafür. Die Folge: Ein Rekordgewinn. Der CEO erwartet für die Zukunft sogar noch mehr.

Podcast „Achtung, Totalverlust“.

Foto: Handelsblatt

9: Und dann noch ein Podcast-Tipp fürs Wochenende: Es geht um E-Commerce-Unternehmen, die Amazon Konkurrenz machen sollen, eine Krypto-Handelsplattform, die angeblich Tesla-Chef Elon Musk gehört und einen Trading-Algorithmus mit Renditen von mehr als 100 Prozent – um fragwürdige Versprechen und Betrugsmaschen. Das Team von Handelsblatt Today hat im fünfteiligen Podcast-Special „Achtung, Totalverlust!“ mit Betroffenen gesprochen, die Abertausende Euro verloren haben. Und sie zeigen: Die Suche nach dem schnellen Reichtum kann sogar süchtig machen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzlichst

Ihr
Sebastian Matthes
Chefredakteur Handelsblatt

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PS: Zum Schluss möchte ich Sie noch auf ein wunderbares digitales Event hinweisen. Wir feiern 70 Jahre Handelsblatt Kunstmarkt. Hierzu laden wir Sie am 1. September um 12 Uhr zum Austausch mit unserer Kunstmarktleiterin Susanne Schreiber, der Handelsblatt-Expertin Stephanie Dieckvoss und dem Handelsblatt-Korrespondenten und NFT-Kenner Christian Wermke ein. Wie hat sich die Kunstmarktszene in sieben Jahrzehnten entwickelt? Welche Disruptionen gab es und auf welche können wir uns einstellen? Melden Sie sich hier an.

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