Konjunktur: So wahrscheinlich ist eine Rezession
Arbeitslose Männer in Großbritannien im August 1931 – der Blick in die Geschichte offenbart keine guten Perspektiven für die Weltkonjunktur.
Foto: SSPL/Getty ImagesFrankfurt. Die Deutsche Bank hat schlechte Nachrichten für die Weltkonjunktur: Der historische Vergleich legt nahe, dass eine Rezession sehr wahrscheinlich ist. „Unsere Beispiele zeigen, dass geldpolitische Straffung regelmäßig Rezessionen vorausgeht“, heißt es in einer neuen Studie.
Für die vergangenen 170 Jahre gilt demnach: Wenn die Renditen kurzfristiger US-Bonds in einem Zeitraum von zwölf Monaten um 1,5 Prozentpunkte oder in 24 Monaten um 2,5 Prozentpunkte gestiegen sind, dann trat in den folgenden 36 Monaten mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 70 Prozent eine Rezession ein. Eine inverse Zinskurve – wenn also die Renditen kurzfristiger Anleihen über denen langfristiger liegen – ist ebenso ein Indikator für eine konjunkturelle Schwächephase.
Seit Monaten diskutieren Ökonomen und Investoren, ob die geldpolitische Straffung der Notenbanken, eine Reaktion auf die hohe Inflation, zu einer Rezession führt. Und daraus leitet sich die Frage ab, welche Folgen das jeweils für die Finanzmärkte hätte.