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TarifstreitUS-Autogewerkschaft UAW verschärft Streik bei GM und Stellantis

Felix Holtermann 22.09.2023 - 18:32 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Streik begann vergangene Woche im GM-Werk in Missouri, einem Stellantis-Werk in Ohio und einer Ford-Fabrik in Michigan.

Foto: Bloomberg

Detroit, New York. Im Tarifstreit in der Autobranche der USA verstärkt die Gewerkschaft „United Auto Workers“ (UAW) den Druck auf General Motors und Stellantis. Eine Woche nach Beginn der Streiks in ersten Autowerken wurden nun auch Beschäftigte in 38 Verteilzentren für Bauteile aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Der dritte US-Autoriese Ford bleibt unterdessen von dieser Verschärfung des Arbeitskampfs verschont. Bei Ford habe man Fortschritte in den Verhandlungen gemacht, sagte UAW-Chef Shawn Fain am Freitag.

Die UAW mit rund 150.000 Mitgliedern forderte in den Verhandlungen vor Beginn der Streiks in der Nacht zu Freitag vergangener Woche zuletzt eine Erhöhung der Einkommen um 36 Prozent über vier Jahre verteilt.

Die ursprüngliche Forderung lag bei 40 Prozent – weil in dieser Größenordnung die Einkommen des Topmanagements der großen Autokonzerne gewachsen seien. Auch sind laut Studien die Realeinkommen, also die Einkommen nach Abzug der Inflation, für die meisten Beschäftigten in der Autoindustrie seit 2000 stark gesunken.

Die Autobauer waren zu Zuwächsen von bis zu 20 Prozent über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren bereit.

Problem für Präsident Biden

Die Streiks werden auch zum Problem für US-Präsident Joe Biden. Dieser hatte sich immer wieder zum Unterstützer der Gewerkschaftsforderungen erklärt. Zugleich will seine Regierung den Umbau zur Elektromobilität vorantreiben, unter anderem mit Milliardensubventionen. Anhaltende Streiks schaden da nur.

Ford hatte kurz vor Ablauf eines UAW-Ultimatums gewarnt: „Die Zukunft unserer Industrie steht auf dem Spiel. Lassen Sie uns alles tun, was wir können, um ein katastrophales Ergebnis abzuwenden.“

„Die Biden-Administration ist in einer heiklen Situation. Zum einen will sie die Autoindustrie und entsprechende Investitionen fördern. Zum andern will Biden es sich nicht mit den Arbeitern verscherzen“, sagte ein US-Automanager dem Handelsblatt, der sich nicht namentlich zitieren lassen wollte.

Und auch die UAW müsse sich das weitere Vorgehen genau überlegen. „Wir wissen: Ihre Streikkasse ist begrenzt“, so der Manager.

Deutsche Hersteller nicht betroffen

Deutsche Autobauer betonten in der vergangenen Woche bereits, dass man aufgrund der fehlenden gewerkschaftlichen Organisation in den Südstaaten nicht betroffen sei. Sowohl Mercedes-Benz als auch BMW und Volkswagen haben ihre größten US-Werke im Süden der Vereinigten Staaten, nicht in Detroit.

Praktisch kein Arbeiter in den Werken ausländischer Hersteller ist Mitglied der in Detroit ansässigen Gewerkschaft. Auch die Fabriken von Tesla, größter amerikanischer Elektroauto-Hersteller, sind nicht gewerkschaftlich organisiert.

Der Streik hatte vergangene Woche begonnen – im GM-Werk in Missouri, einem Stellantis-Werk in Ohio und einer Ford-Fabrik in Michigan. Die „Big Three“ wurden damit erstmals parallel bestreikt. Danach sah die UAW zunächst von einer Ausweitung des Arbeitskampfs ab.

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Zum Peugeot-Konzern Stellantis gehört der US-Autoriese Chrysler. Von den ersten Arbeitsniederlegungen waren bisher mehrere populäre Modelle wie Jeep Wrangler und Ford Bronco betroffen.

Mit Material von dpa.

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