Führerscheinprüfung: Führerschein-Durchfallquote bleibt weiter hoch
Düsseldorf. Die Zahl der Fahrprüfungen hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. 2024 haben Fahranfängerinnen und -anfänger mehr als zwei Millionen Theorieprüfungen und rund 1,79 Millionen Praxisprüfungen abgelegt. Das zeigt eine Auswertung des TÜV-Verbands. 2023 waren es noch 1,98 Millionen theoretische und 1,76 Millionen praktische Prüfungen.
Die Durchfallquote ist allerdings weiterhin hoch. Vor allem an der Theorie scheitern viele Fahrschüler, zeigen die TÜV-Zahlen. Das ist nicht nur demotivierend, es macht den Führerschein auch noch teurer. Immer mehr Fahranwärter veranlasst das offenbar, zu unlauteren Mitteln zu greifen. Das Wichtigste zur Prüfungsstatistik des TÜVs im Detail:
Wie viele fallen durch die praktische Führerscheinprüfung?
Die Durchfallquote in der praktischen Prüfung lag laut TÜV auch 2024 bei 30 Prozent. Die Quote für nicht bestandene Praxisprüfungen in den Klassen B/BF17 betrug erneut 37 Prozent.
31 Prozent der praktischen Prüfungen in den Klassen B/BF17 waren Wiederholungsprüfungen. Damit bleibt die Nichtbestehensquote der praktischen Prüfungen für alle Klassen und der Klassen B/BF17 im vierten Jahr in Folge unverändert. Von den insgesamt 1,79 Millionen praktischen Prüfungen wurden rund 1,3 Millionen in den Führerscheinklassen B/BF17 abgelegt.
Wie viele fallen durch die Theorieprüfung?
Laut TÜV-Verband haben 41 Prozent der Prüflinge die theoretische Führerscheinprüfung nicht bestanden. Von insgesamt 2,01 Millionen dieser Prüfungen wurden 79 Prozent in den Führerscheinklassen B/BF17 abgelegt. Hier betrug die Durchfallquote 2024 45 Prozent.
Auffällig ist der Anstieg der Täuschungsversuche. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie 2024 in allen Klassen um zwölf Prozent von 3.759 auf 4.198 gestiegen. Davon fanden 96 Prozent in der Klasse B statt.
Der TÜV-Verband beobachtet außerdem, dass mehr als die Hälfte der Betrugsversuche professionell organisiert sind. Während in 39 Prozent der Betrugsversuche Hilfsmittel wie Spickzettel genutzt werden, kommt in 33 Prozent Technik zum Einsatz. In 25 Prozent der Betrugsversuche absolvieren Stellvertreter die Prüfung. Dabei werden zum Beispiel Minikameras in Krawatten und Brillen oder manipulierte Personalausweise verwendet.
In welchen Bundesländern ist die Führerschein-Durchfallquote am höchsten?
In Nordrhein-Westfalen wurden die meisten Führerscheinprüfungen abgelegt: 446.854 theoretische und 401.928 praktische. Gleichzeitig liegt das Bundesland bei den Praxisprüfungen der Pkw-Klassen zusammen mit Baden-Württemberg auf Platz 3. Hier lag die Nichtbestehensquote bei 36 Prozent.
Die höchsten Durchfallquoten in den Pkw-Klassen haben laut TÜV folgende Bundesländer:
Theorie:
- Berlin, Sachsen-Anhalt (50 Prozent)
- Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen (49 Prozent)
- Brandenburg (48 Prozent)
Praxis:
- Hamburg (48 Prozent)
- Sachsen-Anhalt (45 Prozent)
- Saarland, Thüringen (44 Prozent)
Wie viel kostet der Führerschein?
Einen einheitlichen Preis für den Führerschein der Führerscheinklasse B gibt es nicht. Fahrschulen unterliegen keiner Gebührenordnung. Sie müssen lediglich ihre angebotenen Leistungen wie etwa Theoriestunden, Fahrstunden und Prüfungen mit einem festen Preis angeben und öffentlich zeigen. Diese Preise müssen die Schulen dann auch einhalten.
Die Kosten für den Führerschein setzen sich aus einigen Faktoren zusammen.
Der Autoführerschein der Führerscheinklasse B kann laut Angaben des ADAC in Deutschland je nach Region und Fahrschule zwischen 2500 Euro und 4500 Euro kosten. Für die anfallenden Kosten der Fahrerlaubnis sind die Anzahl der Fahrstunden, die Fahrschule sowie das jeweilige Bundesland verantwortlich.
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Wie viel kostet die Führerscheinprüfung?
Für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Prüfung muss, unabhängig von den Fahrstunden, eine gesonderte Gebühr entrichtet werden. Die Gebühr für die Vorstellung zur theoretischen Prüfung (Dekra/TÜV) für den Führerschein der Klasse B liegt bei 25 Euro.
Die Vorstellung zur praktischen Prüfung fällt deutlich höher aus. Die Gebühr für die Vorstellung zur praktischen Prüfung für den Führerschein der Klasse B liegt bei 130 Euro.
Wie viele Fahrstunden muss man absolvieren?
Jeder Fahrschüler muss zwölf Pflichtstunden absolvieren, bevor er zur Prüfung antreten und die Fahrerlaubnis erlangen darf. Zu den Pflichtstunden zählen:
- Vier Fahrstunden auf der Autobahn
- Fünf Fahrstunden auf Landstraßen
- Drei Fahrstunden bei Nacht
Dabei ist eine Fahrstunde 45 Minuten lang.
Wie viele Fragen gibt es bei der Prüfung für den Führerschein Klasse B insgesamt?
Die Theorieprüfung findet am PC oder Tablet statt. Sie besteht aus einem Multiple-Choice-Test und umfasst 30 Fragen. Die Fragen beziehen sich auf die geltenden Verkehrsvorschriften, Gefahren im Straßenverkehr, Technik des Fahrzeugs und umweltbewusste Fahrweisen.
Wie viele Fehlerpunkte sind in der Theorieprüfung erlaubt?
Die Anzahl der erlaubten Fehlerpunkte bei der Fahrerlaubnis der Klasse B beträgt zehn Fehlerpunkte.
Das bedeutet nicht, dass Sie zehn Fragen falsch beantworten dürfen. Die Fragen haben unterschiedliche Wertigkeiten. So können pro Frage zwei bis fünf Fehlerpunkte kassiert werden.
Bei der Führerscheinklasse B darf nur eine Frage mit fünf Fehlerpunkten falsch beantwortet werden.
Wie oft kann ein Fahrschüler die Prüfung wiederholen?
Beide Prüfungen, die theoretische und die praktische Prüfung können grundsätzlich beliebig oft wiederholt werden. Laut der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) müssen lediglich zwei Wochen seit dem Fehlversuch vergangen sein. „Eine nicht bestandene Prüfung darf nicht vor Ablauf eines angemessenen Zeitraums, in der Regel mindestens zwei Wochen, wiederholt werden“ (§ 18 Fahrerlaubnis-Verordnung).
Wird während der Prüfung ein Täuschungsversuch festgestellt, kann die Frist für die Wiederholungsprüfung auf bis zu neun Monate festgelegt werden.
Wann verliert die bestandene Theorieprüfung ihre Gültigkeit?
Haben Sie die Theorieprüfung bestanden, trennt Sie nur noch die praktische Prüfung vom Führerschein. Die bestandene Theorieprüfung ist zwölf Monate gültig. Innerhalb dieser Zeit können Sie versuchen die praktische Prüfung erfolgreich abzulegen. „Die praktische Prüfung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Bestehen der theoretischen Prüfung abgelegt werden. Andernfalls verliert die theoretische Prüfung ihre Gültigkeit“ (§ 18 Fahrerlaubnis-Verordnung).
Dieser Artikel erschien bereits im Oktober 2023. Der Artikel wurde am 07.03.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.