Goldman Sachs-Anlagestrategin: „Gold hat im Portfolio keinen Zweck“
„Tendenziell werden die Zinsen und damit die Renditen von Anleihen wieder sinken“, sagt Sharmin Mossavar-Rahmani, die sehr vermögende Kunden bei Goldman Sachs betreut.
Foto: Getty ImagesFrankfurt. Wer Kunde von Sharmin Mossavar-Rahmani werden will, muss mindestens zehn Millionen Dollar an investierbarem Vermögen mitbringen. Doch ihre Einschätzungen sind auch für Durchschnittsanleger relevant.
Laut Einschätzung der Chefanlagestrategin bei der Goldman Sachs Investment Strategy Group steht der Zinsgipfel kurz bevor – sowohl in den USA als auch in Europa. Daher sei es nun an der Zeit für Anleger, sich die hohen Zinsen über Anleihen zu sichern. Auch die Kurse für Aktien dürften steigen, wenn Investoren ein Ende der Zinserhöhungen erwarten. Da US-Unternehmen überdurchschnittlich hohe Gewinne erwirtschaften, hat Mossavar-Rahmani die Region in ihren Portfolios übergewichtet.
Der größte Fehler, den Investoren machen können, sei es, bei fallenden Aktienmärkten in Panik zu verfallen und zu verkaufen. Stattdessen sollten sie regelmäßig überprüfen, ob das Portfolio zum eigenen Risikoprofil passe. Von Gold als Anlageform rät die Strategin ab. Das Edelmetall werfe keine Zinsen ab und sein Preis steige nicht mit den Gewinnen so wie Aktien.
Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Goldman Sachs-Strategien Sharmin Mossavar-Rahmani:
Frau Mossavar-Rahmani, die nächsten Zinssitzungen der EZB und der US-Notenbank werfen ihre Schatten voraus. Werden die Fed und die EZB die Zinsen nochmals erhöhen?
Diese Frage stellen uns auch unsere Klienten, und sie möchten eine möglichst präzise Antwort. Aber die kann ihnen eigentlich niemand geben. Viel entscheidender als die Frage, ob die Zinsen noch mal einen Viertelprozentpunkt steigen, ist die Richtung, in die sie sich bewegen. Und dazu kann ich Ihnen sagen: Weil die Fed und die EZB die Leitzinsen seit dem vergangenen Jahr bereits so deutlich erhöht haben und die Inflationsraten sinken, sind wir den Hochpunkten bei den Zinsen sowohl in den USA als auch im Euro-Raum zumindest sehr nahe.