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„Lehre aus Afghanistan“Bundeswehr-Ausbilder beginnen Einsatz in Mali

Hilfe zur Selbsthilfe: Seit Montag bilden deutsche Soldaten in Mali Pioniere aus. Sie sollen irgendwann selbst ihr Land gegen radikale Islamisten schützen. Der Einsatz dürfte Jahre dauern. 29.04.2013 - 14:21 Uhr Artikel anhören

Deutsche Soldaten bilden zunächst bis März 2014 Pioniere in Mali aus.

Foto: dpa

Berlin/Koulikoro. Die Bundeswehr hat in Mali mit der Ausbildung von Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenstaat begonnen. 35 Männer wurden am Montag erstmals unterrichtet und mit den notwendigen Geräten der Pionierausbildung vertraut gemacht, sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Koulikoro, rund 60 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. In den nächsten Tagen wird vor allem die Räumung von Minen und die Beseitigung von Straßensperren geübt. Mitte Juni soll die Schulung abgeschlossen sein.

Ziel der EU- Ausbildungsmission (EUTM) ist es, die bislang nur schlecht ausgestattete Armee in die Lage zu versetzen, selbst gegen radikale Islamisten im Norden des Landes zu kämpfen. Derzeit führt Frankreich den Einsatz. Aus Deutschland sind etwa 80 Ausbilder und Sanitäter in Koulikoro stationiert.

Der Mali-Einsatz der Bundeswehr ist zunächst bis März 2014 befristet. Allgemein wird jedoch erwartet, dass die Ausbildung länger dauern wird. Die beiden Mali-Mandate des Bundestags erlauben die Stationierung von insgesamt bis zu 330 Soldaten.

Die Einsätze der Bundeswehr
Auf Bitten der türkischen Regierung beteiligen sich 304 Soldaten der Bundeswehr an der Nato-Operation „Active Fence“ im Grenzgebiet zu Syrien.
4135 Soldaten sind Teil der internationalen Sicherheits- und Aufbautruppe Isaf mit Schwerpunkt im Norden Afghanistans. Zudem ist ein Soldat als Vertreter der Bundeswehr bei der Mission der Vereinten Nationen (Unama).
754 Soldaten sollen als Teil der von der Nato geführten internationalen KFOR-Truppe die Unabhängigkeit des Kosovos sichern.
Im Rahmen der EU-Mission Atalanta schützen 327 Marinesoldaten am Horn von Afrika Schifffahrtsrouten vor somalischen Piraten.
163 Marinesoldaten sind im Unifil-Einsatz zur Absicherung der Küstengewässer. Sie sollen vor allem Waffenschmuggel verhindern.
Die Nato-Mission „Active Endeavour“ (OAE) dient der Überwachung und Terrorismusabwehr im Mittelmeer. Das Mandat endet am 31. Dezember 2013. Aktuelle Zahlen zum Einsatz von Soldaten gibt es derzeit nicht.
15 Soldaten sind Teil der internationalen Unmiss-Mission für Friedenssicherung und den Aufbau des neuen Staates Südsudan.
Die internationale Unamid-Mission in Darfur überwacht den Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und Rebellen. 13 deutsche Soldaten sind beteiligt.
Zwölf Militärberater sind Teil der EU-Ausbildungsmission (EUTM) zur Stabilisierung Somalias.
41 Angehörige hat der Sanitätsdienst mit Basis in Deutschland für internationale flugmedizinische Notfalleinsätze (STRATAIRMEDEVAC).
Drei Berater unterstützen im Rahmen des EU-Einsatzes (Eusec RD Congo) die Reform des Sicherheitssektors.

Die Bundesregierung prüft derzeit auch Einzelheiten einer Beteiligung an der in der vergangenen Woche beschlossenen UN-Mission in Mali. Deutschland wolle „in angemessener Weise von Beginn an“ die Mission unterstützen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag. Einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht.

Außenminister Guido Westerwelle hat eine deutsche Beteiligung bereits zugesagt. Dazu ist voraussichtlich auch ein Beschluss des Bundestages notwendig. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag beschlossen, mehr als 12 000 Soldaten und Polizisten in das Land zu schicken. Die Truppe soll im wesentlichen auf die bereits vorhandenen Kräfte aus Frankreich und Afrika aufbauen.

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold sieht in dem jetzt begonnenen Ausbildungseinsatz der Bundeswehr in Mali keine Parallelen zu Afghanistan. Zwar werde der Einsatz der Bundeswehr in Mali „einige Jahre dauern“, sagte Arnold der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Montag). Daraus werde aber kein zweites Afghanistan. „Mali ist eher die Lehre aus Afghanistan“, betonte er.

dpa
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