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Auktion bei KettererKunst aus der Deutschen Bank erzielt Millionenzuschläge

Bei einer Ketterer-Versteigerung am Freitag ist der Hammer neun Mal im siebenstelligen Bereich gefallen. Werke mit Bank-Bonus sorgen erneut für Höchstpreise.Sabine Spindler 19.06.2021 - 12:54 Uhr Artikel anhören

München. Vor ein paar Monaten hing Ernst Wilhelm Nays abstraktes Gemälde „Doppelspindel-Rot“ (1967) noch in der Düsseldorfer Niederlassung der Deutschen Bank. Am Freitagabend versteigerte das Kunst-Auktionshaus Ketterer das harmonisch komponierte Bild nach langem Bietgefecht für 2,25 Millionen Euro (alle Preise inklusive Aufgeld) an einen Bieter im Saal. Der Schätzpreis belief sich auf 200.000 Euro.

Mit dem Millionenzuschlag für Nay erzielte das Münchner Auktionshaus nicht nur den höchsten Erlös seiner Abendauktion mit Klassischer Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Es ist zugleich das teuerste Werk aus Ketterers Offerte mit Kunst aus der Sammlung der Deutschen Bank.

Bereits im Dezember 2020 setzte das Auktionshaus mit Werken aus dem Besitz des Finanzdienstleisters 4,2 Millionen Euro um. Wie das Handelsblatt berichtete, trennt sich die Bank von einem Teil ihrer renommierten Kollektion, um sie umzustrukturieren. Sie will sich stärker auf zeitgenössische Papierarbeiten und Fotografie konzentrieren.

Die exzellente Provenienz gab Max Liebermanns impressionistischem Gemälde „Nutzgarten in Wannsee“ von 1923 zusätzliches Gewicht. Es kam für 675.000 Euro in neue Hände.

Für Lesser Urys Aquarell „Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus gesehen“ (1928) meldete Ketterer auf Instagram ein Rekordergebnis. Das Blatt des Berliner Secessionisten erzielte 337.500 Euro. Auf denselben Preis kam Hans Hartungs frühe, mit sparsamen Zeichen auf blauem Grund gemalte Abstraktion von 1931. Geschätzt war das Gemälde auf 80.000 Euro.

Für das Aquarell „Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus gesehen“ (1928) meldete Ketterer auf Instagram ein Rekordergebnis von 337.500 Euro.

Foto: Kettererkunst

Auf einem riesigen Schuldenberg im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sitzt anscheinend nur der Staat. Sammler hingegen animierte das starke Angebot des „Evening Sale“ zu hohen Investitionen, nicht nur für Werke aus dem Besitz der Deutschen Bank. Neun Erlöse lagen im siebenstelligen Bereich. Insgesamt kamen knapp 100 Lose zum Aufruf.

Es war vor allem die Stunde der Expressionisten. Nie zuvor wurde ein Gemälde von Gabriele Münter so teuer verkauft. Für 1,1 Millionen Euro sicherte sich ein Telefonbieter das melancholische „Stillleben mit Madonna“ von 1911. Ernst Ludwig Kirchners farblich übersteigerte Gebirgsansicht „Sertigweg“ von 1937 erzielte 1,5 Millionen Euro.

Alexej von Jawlenskys avantgardistischer „Mystischer Kopf: Galka Fatum“, der das Gesicht seiner Muse Emmy Scheyer zeigt, vervierfachte die untere Taxe auf stattliche 1,12 Millionen Euro. Zu erwarten war der lange Kampf um Franz Marcs kleine Zeichnung „Zwei gelbe Tiere“ aus einem Skizzenbuch von 1912/13. Sein Preis lag nach langen Bieterkampf bei 875.000 Euro.

Bei den Zeitgenossen schlug sich das ungebrochene Interesse an den Nagelbildern Günther Ueckers in einem Erlös von 1,3 Millionen Euro nieder. Das „Energiefeld“ (2009) übernimmt nun eine New Yorker Privatsammlung.

Für den vollständigen Farbserigrafie-Satz „Andy Mouse“ von 1986 klopfte Ketterer 1 Million Euro ein (Ausschnitt).

Foto: Kettererkunst

Beifall gab es für den Ein-Millionen-Erlös für Keith Harings vollständigen Farbserigrafie-Satz „Andy Mouse“ von 1986. Bei den vier Motiven handelt sich um eines der zehn Künstlerexemplare, die außerhalb der regulären Auflage von 30 entstanden. Es ist der beste Auktionspreis für eine Druckserie des New Yorker Street-Art-Pioniers.

Einen Rekord hämmerte Robert Ketterer auch für Rupprecht Geiger ein. Mit 45.000 Euro aufgerufen, ging das schief sitzende Quadrat auf blauem Grund der kontemplativen Komposition „OE 306/59“ erst bei 187.500 an einen neuen Besitzer. Ein zögerlicher Markt sieht anders aus.

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Einen ausführlichen Auktionsbericht lesen Sie am kommenden Freitag in der Print-Ausgabe des Handelsblatt.

Mehr: Ketterer Kunst-Auktionen: Liquide Sammler sorgen für Rekorde trotz Krise

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