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Auktionen Sportschuhe von Promis werden zu Luxusobjekten in einem wachsenden Markt

Sneakers und Skateboards werden so teuer wie Kunst. Zusammen mit Kroko-Handtaschen, Uhren und Juwelen prägen sie ein wachsendes Sammelgebiet.
27.08.2020 - 18:34 Uhr Kommentieren
In Christie's
Teure Treter

In Christie's "Sneaker Auction" kosteten Nike's "AIR JORDAN 1 HIGH" 615.000 Dollar. Der Grund: Es steckt viel Sportgeschichte drin.

(Foto: Christie's)

New York Moment mal, was hat ein Paar verschwitzter, über 30 Jahre alter Basketballstiefel „Air Jordan 1s“ in der Auktion „Handbags and Accessoires“ bei Christie’s zu suchen? Am 13. August 2020 haben die Sportschuhe dort erstaunliche 615.000 Dollar brutto erlöst. Das ist der höchste Preis, der je für ein Paar Sneakers gezahlt wurde. „Es ist ein Unikat“, erklärt Christie’s-Managerin Caitlin Donovan die hoch angesetzte Erwartung, die bis zu 850.000 Dollar reichte. Gerade dieses Paar definiere eine eigene Serie des ikonischen Spotschuhs.

Auch heute noch legt Nike „Air Jordan 1 Shattered Backboard“ immer wieder neu auf. Das abgetragene Paar hatte seinen Auftritt im Sommer 1985, als Michael Jordan in einem Spiel in Triest den Ball so kräftig schmetterte, dass er den Korb samt Aufhängung zerstörte. Teile des in tausend Stücke gesprungenen Acryl-Backboards stecken noch heute in der Sohle.

Christie’s ist nicht der einzige Versteigerer, der neuerdings auf Turnschuhe setzt. Im Mai erzielte ein Paar „Air Jordan 1s“ bei Sotheby’s 560.000 Dollar. Hier waren höchstens 150.000 Dollar erwartet worden. „Das Sammeln von Sneakers ist ein globaler und wachsender Markt“, so Brahm Wachter. Der Direktor bei Sotheby’s schätzt, dass der Markt für seltene und für „Vintage“-Modelle bis 2025 auf sechs Milliarden Dollar klettern könnte.

Treibende Kraft sei das neue Interesse von jungen, reichen Sammlern an Schuhen, die eine faszinierende Geschichte erzählten.

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    Sneakers aus zweiter Hand sind schon jetzt ein Milliardengeschäft. Auch der New Yorker Spezialist Stadium Goods, von der „New York Times“‧ „Tiffany’s for sneakerheads“ getauft, handelt damit seit fünf Jahren sehr erfolgreich. „Wir sind schon lange der Meinung, dass Sneakers die Luxusmode dieser Generation sind“, so John McPheters, Mitgründer und CEO. Die Firma wurde im Dezember 2018 für 250 Millionen Dollar vom internationalen E-Commerce Unternehmen Farfetch aufgekauft. 

    Leonardos Abendmahl auf Skateboards von Supreme: 248 solcher Kultobjekte ersteigerte der 17-jährige Chinese Carson Guo aus Canada bei Sotheby‘s. Quelle: Chinese Carson Guo bei Sotheby‘s.
    Skaten auf Kunst

    Leonardos Abendmahl auf Skateboards von Supreme: 248 solcher Kultobjekte ersteigerte der 17-jährige Chinese Carson Guo aus Canada bei Sotheby‘s.

    (Foto: Chinese Carson Guo bei Sotheby‘s.)

    Stadium Goods beriet jetzt nicht nur Christie’s für die aktuelle Auktion, sondern auch Sotheby’s im Juli 2019, als Sportschuhe zum ersten Mal unter dem Titel „The Ultimate Sneaker Collection“ die große Bühne eines internationalen Auktionshauses betraten. Unter hundert Paaren sprang Nikes handgearbeiteter, ungetragener Laufschuh „Moon Shoe“ – getauft nach seinem Sohlenprofil, das an den Mondspaziergang der Astronauten erinnerte – mit einem Zuschlag von 437.500 Dollar in die Schlagzeilen.

    Nur zwölf Paare waren für die Olympischen Spiele 1972 in München hergestellt worden. Sotheby’s gesamte Offerte ging zu insgesamt fast 1,3 Millionen Dollar an den kanadischen 62-jährigen Unternehmer Miles‧ Nadal, der sie in seinem privaten Automuseum in Toronto ausstellen will.

    Beide Auktionshäuser konnten sich in ihrer Sneaker-Auktion über neue Kunden freuen, die 70 Prozent der registrierten Bieter stellten. Sotheby’s sah Interessenten aus vier Kontinenten. Christie’s bemerkte vor allem starkes Interesse aus Südkorea und Australien. 

    Netflix setzt den Trend

    Seit Jahrzehnten besetzten Sneakers die Auktionsnische „Sports Memorabilia“, allerdings zu weitaus niedrigeren Preisen. Was hat sich geändert? 

    Vor allem die erstmals im April auf Netflix ausgestrahlte zehnteilige Doku-Serie „The Last Dance“ über den Aufstieg des Superstars Michael Jordan bei den Chicago Bulls ließ die Erinnerungsstücke des heute 57-jährigen Milliardärs im Wert explodieren.
    „Diese stark kuratierte Auktion ist Christie’s Entree in eine neue Sammelkategorie, die Sportgeschichte, Kunst, Mode und zeitgenössischen Lifestyle mischt“, sagt Caitlin Donovan von Christie’s dem Handelsblatt. Diese Kategorie spricht ein breites Publikum an. „Sammler sehen diese Objekte gleichzeitig als Luxusobjekt, Kunstwerk, Teil von Popkultur und Sportgeschichte“, so Donovan. Und: „Wir antworten auf einen Trendwandel.“ 

    Die seltene
    Schimmern in Rosa-Weiß

    Die seltene "Kelly 25"-Handtasche von Hermès aus Krokodilleder erlöste in Hongkong 1.875.000 HK-Dollar. Asiatinnen lieben diese Luxusobjekte. Artenschutz unterliegt hier dem Prestigestreben.

    (Foto: Christie's)

    Auch Sotheby’s-CEO Charles F. Stewart, der im November unter dem neuen französisch-israelischen Besitzer Patrick Drahi übernahm, reagierte schnell auf die Zeichen der Zeit. Der lange im internationalen Investmentbanking aktive Stewart war zuletzt Co-Präsident und Finanzchef bei Drahis Internetunternehmen Altice USA.

    Sotheby’s Schlüsselkategorien für Wachstum

    Schon im Dezember reorganisierte er die Kategorien des Hauses – in Kunst einerseits unter dem Titel „Global Fine Art Division“ und den Rest: Juwelen, Uhren, Wein, Design des 20. Jahrhunderts, Handtaschen & Accessoires, Sneakers & Streetwear, Autos, Bücher & Manuskripte, sie alle sind in der „Global Luxury Division“ zusammengefasst. Für Stewart sind sie die Schlüsselkategorien für Wachstum. 

    Sotheby’s Umsätze von 2019 unterstrichen das: Wein fuhr mit 118 Millionen Dollar einen 20-prozentigen Zuwachs und das beste Ergebnis ein. Auch Design sprang mit 193 Millionen Dollar auf neue Höhen. Uhren verbesserten sich mit 109 Millionen Dollar um 22 Prozent gegenüber 2018.

    Eine Studie des Unternehmensberaters Bain beobachtet zwischen 2013 und 2019 eine Steigerung im weltweiten Umsatz mit persönlichen Luxusgütern von 212 Milliarden auf 281 Milliarden Euro. Angeführt werde dieser Trend von Konsumenten aus der Asien-Pazifik-Region und vor allem von Chinesen. Auch der Secondhand-Markt für Luxuswaren – in erster Linie Uhren und Juwelen – wuchs 2019 auf 26 Milliarden Euro. 

    Die 248 Skateboards von Supreme versteigerte Sotheby’s für 800.000 Dollar. Kultobjekte des Sportes sind Teil der Popkultur. Und die wird von einer neuen Generation Reicher gesammelt. Quelle: Sotheby’s
    Popkultur

    Die 248 Skateboards von Supreme versteigerte Sotheby’s für 800.000 Dollar. Kultobjekte des Sportes sind Teil der Popkultur. Und die wird von einer neuen Generation Reicher gesammelt.

    (Foto: Sotheby’s)

    Mittlerweile sind rund ein Drittel der Sotheby’s-Kunden unter 40 Jahre alt, so der aktuelle Halbjahresbericht. Kein Wunder, dass auch Skateboards in der „Collectible“-Kategorie auftauchen. Im Januar 2019 hatte Sotheby’s zum ersten Mal eine komplette Sammlung von 248 Skateboards der New Yorker Firma Supreme zur unteren Taxe, immerhin 800.000 Dollar, an den 17-jährigen Schüler Carson Guo aus Vancouver verkauft. Dessen Vater Qinxiang Guo ist Kunstkurator beim chinesischen Konzern Dalian Wanda Group.

    Jetzt geht es um Hip-Hop

    Am 15. September wird Sotheby’s seine erste Themenauktion zu Geschichte und Einfluss der Hip-Hop-Bewegung veranstalten. Seit 2012 stetig gewachsen ist auch der Secondhand-Markt für Luxushandtaschen. Sie gelten mittlerweile vielen Anlegern als eigene Assetklasse, die britische Firma AMR erstellte im Frühjahr sogar einen eigenen Index. Als begehrtestes Objekt bestätigt sich immer wieder die „Birkin Himalaya“ von Hermès aus grau und weiß eingefärbtem Nilwaranleder.

    Ihr Rekord liegt seit 2017 bei umgerechnet 386.000 Dollar. Er wurde in Hongkong gesetzt. Aber noch vor wenigen Wochen, am 28. Juli, war einem amerikanischen Kunden eine „Birkin Himalaya 25“ in New York 300.000 Dollar wert.

    Und die Spezialisten sind sich einig: Luxusgüter haben sich bestens bewährt, um Kunden für andere Kategorien zu ködern. 

    Mehr: Das sind die bislang begehrtesten Luxusuhren des Jahres

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