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Auktionsmarkt Sotheby's baut seine Repräsentanz in Deutschland aus

Der deutsche Markt ist stark auf der Käufer- und Verkäuferseite. Deshalb vergrößert Sotheby‘s seine Kölner Vertretung und zieht ins Palais Oppenheim.
18.06.2021 - 09:00 Uhr Kommentieren
Sotheby‘s residiert in den beiden Hauptgeschossen, im Dach sind Wohnungen untergebracht. Quelle: Larbig & Mortag Immobilien GmbH
Palais Oppenheim in Köln

Sotheby‘s residiert in den beiden Hauptgeschossen, im Dach sind Wohnungen untergebracht.

(Foto: Larbig & Mortag Immobilien GmbH)

Düsseldorf Deutschland hat eine vibrierende Kunstszene, was das Kaufen und das Verkaufen angeht,“ sagt Sebastian Fahey dem Handelsblatt. Sotheby’s Managing Director für Europa, Nahen Osten, Russland, Indien und Afrika hat sich maßgeblich für den neuen Hauptsitz in Köln eingesetzt.

Das Versteigerungshaus vergrößert das Team in Köln deutlich und bezieht in Kürze das Palais Oppenheim. In der repräsentativen Villa von 1908 wird der Versteigerer Kundenveranstaltungen in den beiden durch eine prachtvolle Treppe verbundenen Etagen abhalten. Im Rheinland – und nicht in Berlin – seien Wirtschaft, Kapital und Sinn für die Kunst eng verknüpft.

Sammler aus Deutschland, Belgien, Holland, Österreich und Luxemburg können in Köln nicht nur die „travelling exhibitions“ von Kunst, die andernorts unter den Hammer kommt, vorbesichtigen. Kunst, die aus diesem Teil der EU eingebracht wird und in London vielleicht nicht die Aufmerksamkeit fände, die sie verdient, soll in Köln verauktioniert werden. Allerdings nicht in Live-Versteigerungen, sondern einer Form, die sich 2020 sehr bewährt habe, erläutert Fahey: „Wir stellen die Lose physisch in Köln aus. Aber der Hammer fällt nicht in einem Saal, sondern in einem Online-Sale.“

Das sei kein Zweiklassensystem, sondern ein Format, das nun auf fast alle Sotheby’s Auktionen passe; Ausnahme bleiben die hybriden Versteigerungen an der Preisspitze. Der Vorteil sei, dass im Netz die Reichweite größer und die Käuferschaft jünger werde. „40 Prozent der deutschen Bieter waren 2020 neu. Die Zahl der deutschen Käufer in unseren Onlineauktionen hat sich verdreifacht“, berichtet Fahey. 

Sotheby’s hat zwar eine Versteigerungsgeschichte in Deutschland. Doch die letzte Schlossversteigerung, der „Hanover-Sale“, fand 2005 auf der Marienburg statt. Mit dem Ausbau in Köln erkennt auch der Global Player das Potenzial in Deutschland sowie den Nachbarstaaten.

Laut Sotheby’s Managing Direktor für Europa, den Nahen Osten, Russland, Indien und Afrika hat sich die Zahl der deutschen Käufer in unseren Onlineauktionen verdreifacht. Quelle: Sotheby’s
Sebastian Fahey

Laut Sotheby’s Managing Direktor für Europa, den Nahen Osten, Russland, Indien und Afrika hat sich die Zahl der deutschen Käufer in unseren Onlineauktionen verdreifacht.

(Foto: Sotheby’s)

Diesen Kunstbesitz sowie erwachendes Kaufbegehren will er nicht mehr den führenden deutschen Auktionshäusern allein überlassen. Im Blick dürften vor allem all jene rheinischen und belgischen Sammler sein, die teilweise schon seit den 1960er-Jahren engagiert sammeln. Von denen werden sich etliche in Kürze altersbedingt kleiner setzen. 

Hat der Ausbau von Sotheby’s Deutschland-Repräsentanz mit dem Brexit zu tun? „Der Brexit hat bis jetzt eine vernachlässigbare Auswirkung auf Käufe und Verkäufe“, gibt Fahey zu Protokoll. In Deutschland gehe es um „Single Owner Sales“ und den sogenannten Mittelmarkt. Darunter sind Arbeiten zu verstehen, deren Schätzpreise zwischen 3000 und 300.000 Euro liegen, wie bei der ersten für den Herbst angekündigten Kölner Online-Versteigerung von moderner und zeitgenössischer Kunst.

Denn Sammlungen mit internationaler Ausstrahlung – wie die von Lauffs, Lenz Schönberg oder Dürckheim – werden weiterhin an dem Ort versteigert, an dem sie auf das beste Publikum treffen, räumt Fahey ein. Das dürfte in den meisten Fällen London sein.

Den Eindruck, dass der Mittelmarkt nun als Kurskorrektur zum Spitzenmarkt wieder verstärkt werde, möchte Fahey zerstreuen: „Der Mittelmarkt war und ist für Sotheby’s von strategischer Wichtigkeit.“

Mehr: Auktionen: Ketterer heuert zwei Top-Manager an

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