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Hauptversammlung abgesagt Warum bei Artnet ein Machtkampf entbrannt ist

Zwei Aktionäre des Online-Auktionshauses wollten in der Hauptversammlung einen eigenen Kandidaten einsetzen. Doch die wurde nun abgeblasen.
03.09.2020 - 17:51 Uhr Kommentieren
Der internationale Kunsthändler Rüdiger Weng aus Krefeld ist unzufrieden mit der Firmenstruktur bei Artnet. Quelle: B. Wichmann, Courtesy Weng Fine Art
Investiert in Artnet

Der internationale Kunsthändler Rüdiger Weng aus Krefeld ist unzufrieden mit der Firmenstruktur bei Artnet.

(Foto: B. Wichmann, Courtesy Weng Fine Art )

Berlin Es hätte ein Kampf um die Macht bei Artnet werden sollen. Die Aktionäre Rüdiger Weng und Andreas Tielebier-Langenscheidt wollten mit ihren Gegenanträgen zur Hauptversammlung (HV) der Berliner Aktiengesellschaft den Aufsichtsrat mit eigenen Kandidaten besetzen. Und damit faktisch die Macht bei dem bekannten Kunstmarkt-Portal übernehmen. Doch daraus wird zunächst nichts. Am 31. August hat das Unternehmen die für den 2. September angesetzte Online-HV abgesagt.

Die Begründung: Der Alleinvorstand Jacob Pabst, Sohn des Gründers und mit gut 27 Prozent immer noch größten Aktionärs Hans Neuendorf, sei aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Das virtuelle Treffen der Aktionäre hätte spannend werden können.

Denn Weng hält persönlich und über seine Weng Fine Art AG nach eigenen Angaben etwas über 25 Prozent der stimmberechtigten Aktien. Langenscheidt besitzt 3,3 Prozent. Damit können sie Neuendorf überstimmen. Der Rest der Anteile befindet sich in Streubesitz. Auf den wird es bei den Abstimmungen ankommen.

Der vor allem im sogenannten B2B-Bereich und im Internet tätige Weng hatte bereits 2012 vergeblich versucht, zusammen mit dem Investor Sergey Skaterschikov Artnet zu übernehmen. Der Verleger Langenscheidt war schon einmal ab 2016 für ein Jahr Aufsichtsratsvorsitzender von Artnet, dann jedoch zurückgetreten. Er kritisiert in einem offenen Aktionärsbrief „eine Führungsstruktur, die einem Familienbetrieb, nicht aber einer Aktiengesellschaft entspricht.“

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Standort erkennen

    Es gehe nicht darum, die gesamte Familie Neuendorf aus dem Unternehmen zu drängen, erklärt Weng gegenüber dem Handelsblatt: „Wir möchten sie angemessen innerhalb von Artnet kontrollieren. Der Abgang des bereits 83-jährigen Hans Neuendorf ist für einen Generationenwechsel unbedingt erforderlich.“

    Es sei nicht verwunderlich, wenn jemand in diesem Alter die aktuellen Entwicklungen im Internetgeschäft, aber auch an den Börsen oder bei der Unternehmensentwicklung nicht mehr im notwendigen Maße einordnen und nachvollziehen könne. „Dagegen leisten unserer Einschätzung nach zum Beispiel seine Söhne Jacob Pabst als CEO und Henri Neuendorf im journalistischen Bereich wie auch viele andere Artnet-Mitarbeiter gute Arbeit.“

    In einem leidenschaftlichen Brief an die Aktionäre appelliert Neuendorf jedoch an deren Solidarität und warnt: „Bitte halten Sie sich vor Augen, dass die bevorstehende Wahl des Aufsichtsrats nicht ein normaler, routinemäßiger Wechsel der Wachmannschaft ist, sondern eine mit besonderer Perfidie vorgetragene feindliche Übernahme durch eine Konkurrenzfirma.“

    Die Entmachtung verhindern

    Er unterstellt den beiden eine informell verabredete Zusammenarbeit, die sie bei Überschreitung der Schwelle von 30 Prozent gesetzlich zu einem Übernahmeangebot an alle Aktionäre verpflichten würde.

    Einen konkreten Fahrplan für die neu anzusetzende Hauptversammlung gebe es noch nicht, erfährt das Handelsblatt auf Nachfrage. „Der neue HV-Termin wurde noch nicht festgelegt. Dies soll aber noch diese Woche oder Anfang nächster Woche erfolgen“, sagt der Pressesprecher. „Ob es Änderungen in der Tagesordnung geben wird, ist noch nicht bekannt.“

    Kritiker lancierten in Internetforen schon im Vorfeld unter Berufung auf angebliche Insiderinformationen die Vermutung, dass die Veranstaltung wegen Erkrankung von Aufsichtsratsmitgliedern abgesagt werden könnte. Weiterhin besteht bei Kritikern Neuendorfs die Befürchtung, dass bei dem neuen Termin keine Gegenanträge zugelassen werden könnten.

    Das würde der Unternehmensführung und ihrem Hauptaktionär Neuendorf die Gelegenheit bieten, im Streubesitz weitere Stimmen zu sammeln, um die eigene Entmachtung zu verhindern.

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