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Serie: Stilikonen Wie Sean Connery den Stil des Geheimagenten James Bond bis heute prägt

Der Kinostart des neuen Bond-Films ist verschoben, doch für Sean Connery spielt Zeit keine Rolle. Er prägt den 007-Stil weit über die Zeit hinaus, in der er den Agenten verkörperte.
01.04.2020 - 11:53 Uhr 1 Kommentar
Der schottische Schauspieler war der erste, der Ian Flemings Romanhelden verkörperte. Quelle: Getty Images
Sean Connery

Der schottische Schauspieler war der erste, der Ian Flemings Romanhelden verkörperte.

(Foto: Getty Images)

Berlin Der 25. Film der James Bond-Reihe sollte ursprünglich im April diesen Jahres in die Kinos kommen. Nun vermeldete das Filmstudio Universal Pictures, dass der Kinostart auf den 21. November 2020 verlegt worden sei.

Da das Publikum sich gedulden muss, bleibt genug Zeit für die Beantwortung einer Frage: Wie konnte ein Leinwand-Agent sich über beinahe sechs Jahrzehnte und sechs verschiedene Darsteller in den Köpfen seiner Fans einnisten? Die Antwort gibt der, der den Mythos James Bond begründete – Sean Connery also. Er war der erste, der 1962 Ian Flemings Romanhelden verkörperte.

Terence Young, der Regisseur des ersten James-Bond-Films „Dr. No“ und von „Liebesgrüße aus Moskau“, formte den Agenten, wie wir ihn heute kennen, gab zudem den Look des typischen James Bonds vor. Er brachte Sean Connery zu seinem Schneider Anthony Sinclair und zu seinem Hemdenmacher „Turnbull & Asser“ in der berühmten Londoner Savile Row.

Sean Connery mit Pamela Salem (l.,Miss Moneypenny) und Barbara Carrera (r.,Fatima Blush). Quelle: Getty Images
„Sag niemals nie“-Cast 1983

Sean Connery mit Pamela Salem (l.,Miss Moneypenny) und Barbara Carrera (r.,Fatima Blush).

(Foto: Getty Images)

Young sagte Connery, er solle in seinen Anzügen schlafen, um sich darin wohl zu fühlen. Aber der Brite ging nicht nur auf der Leinwand, sondern auch mit seinem privaten Stil weit über die modische Zielsetzung Youngs hinaus.

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    Was Connerys Stil in früheren Bond-Zeiten, aber auch heute noch legendär macht:

    Der Dreiteiler

    Connery kleidete sich seiner Statur entsprechend und nutzte seine – für einen Schauspieler stattliche – Größe von 1,88 Meter, um mit einem dreiteiligen Anzug in „Goldfinger“ zu beeindrucken. Denn wenn man groß und schlank ist, kann man durchaus etwas Volumen beim Anzug vertragen, indem man dem Look eine Weste hinzufügt.

    Wer mit etwas fülligerem Bauch gesegnet ist, kann es beim klassischen zweiteiligen Anzug belassen, wie Connery ihn heute bevorzugt.

    Besonders wichtig waren Connery auch immer die passenden Schuhe. Rahmengenähte Schnürschuhe, die er heute auch noch in dieser Form trägt, „Oxford“-Schuhe von britischen Designern wie Paul Smith und George Cleverley etwa.

    Die perfekt getrimmte Frisur

    Mit einem Bart den Oscar entgegennehmen? Ist er gepflegt: unbedingt! Quelle: Getty Images
    Oscars 1988

    Mit einem Bart den Oscar entgegennehmen? Ist er gepflegt: unbedingt!

    (Foto: Getty Images)

    Hat man eine Frisur gefunden, die einem steht, sollte man in jedem Alter daran festhalten. Als Bond hatte Connery kurz geschorene Seiten, seine Haare waren immer perfekt getrimmt. Selbst im fortgeschrittenem Alter sind Connerys Haare und in neuerer Zeit sein Bart immer tadellos gepflegt.

    Man sollte nicht mit Trends, Wildwuchs oder Rockstarklischees experimentieren, wenn es um Frisuren geht. Denn diese fallen dem Gegenüber zuerst auf, prägen den ersten Eindruck. Connery hat sich im Laufe seines Alters angepasst, mit dem Alter wuchs auch der Bart, wo früher in seiner Jugend das sauber rasierte Gesicht gepflegt wurde.

    Aber auch hier gilt, vergleichbar mit einem guten Anzug oder Lederschuhen: Ein Bart braucht Geduld und Pflege, damit er über lange Zeit gut aussieht.

    Das Manschettenhemd

    Wo Sean Connerys Hemden von der Norm abweichen, sieht man an der Manschette. In nahezu allen Bond-Filmen trägt der Brite Hemden mit einer Cocktailmanschette. Das ist eine Manschette, die zwar einen Umschlag hat, aber mit Knöpfen statt den typischen Manschettenknöpfen geschlossen wird.

    Solche Hemden gibt es, abgesehen von Bonds Maßschneider „Turnbull & Asser“, auch von Tom Ford in der Neuauflage. Da Connery diese Manschette in fünf seiner sechs Bond-Filme trägt, wurde sie zu einem modischen Markenzeichen von James Bond.

    Nach englischer Tradition kleidete sich Sean Connery übrigens ausschließlich in weißen und hellblauen Hemden – eine Gewohnheit, die er auch in den Zeiten nach James Bond und bis heute beibehalten hat.

    Das Polohemd

    Einige Jahrzehnte nachdem Connery Filmikonen wie Ursula Andress auf der Leinwand in seinem legeren Polohemd-Freizeitlook verführte, ist das Kurzarmhemd in Verruf geraten. In den 1980er-Jahren trugen die Jünger der „Popper“-Bewegung Poloshirts zu teuren Loafers und Bundfaltenhosen.

    Ihre Haltung? Apolitisch zu sein war plötzlich hip, Statussymbole zu tragen angesagt – und das Polohemd seitdem mit Dekadenz verknüpft. Bis jetzt. Denn die Hemden mit kurzen Ärmeln und knöpfbarem Kragen sind wieder gefragt, aber tatsächlich mit der lässigen Coolness, wie Sean Connery sie damals bereits im Polohemd ausgestrahlt hat.

    Man trägt es zur Jeans oder zur Leinenhose – und vor allem ohne aufgestellten Kragen getragen, der auch „Schuppentrichter“ genannt wird und für den BWL-Studenten heute zurecht belächelt werden.

    Rollkragen und Sakko

    Sean Connery mit der Rollkragen-Sakko-Kombi. Quelle: WireImage
    Filmpremiere 2003

    Sean Connery mit der Rollkragen-Sakko-Kombi.

    (Foto: WireImage)

    Ein feiner Wollpullover mit kurzem Rollkragen könnte heute als das modische „Signature-Kleidungsstück“ des reifen Sean Connery bezeichnet werden. Als Hemdenersatz unter einem kontrastierenden Sakko getragen, gibt er dem Rollkragenpullover so die Klasse, die ihm eigentlich am Beginn seiner Zeit gefehlt hat.

    Denn seitdem der Rollkragen ab dem 17. Jahrhundert in der westlichen Welt getragen wurde, taten das fast ausschließlich im Freien arbeitende Männer, vor allem Segler. Aber auch wenn der Rollkragen damals nicht als das Kleidungsstück der Aristokraten etabliert wurde, so verpasst Sean Connery ihm heute mit einem Sakko darüber getragen die Klasse, die ihm zusteht.

    In der Serie „Stilikonen“ schaut unsere Autorin auf das, was diese Ikonen so unverwechselbar macht – und welche Wirkung ihr Style auch heute noch hat.

    Mehr: Oscar-Preisträger Brad Pitt beweist mit seinem Modestil, dass sein Alter ihm zugutekommt.

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    1 Kommentar zu "Serie: Stilikonen: Wie Sean Connery den Stil des Geheimagenten James Bond bis heute prägt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Super Artikel!!! Solche Artikel werten das gesamte Handelsblatt auf. Eine bessere Stilberatung kann es wohl kaum geben...vielen Dank für diesen unterhaltsamen und auch praktisch nützlichen Artikel. Der Artikel hätte ruhig noch etwas ausführlicher sein können. Immerhin ist er zeitlos relevant. Vielen Dank! MfG

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