Buchtipps 2019: Das sind die besten Buchgeschenke für politisch Interessierte
Diese Bücher eignen sich in diesem Jahr perfekt als Geschenk.
Foto: UnsplashFrancis Fukuyama ist einer der renommiertesten Polit-Theoretiker unserer Zeit. Ging es in seinem berühmten Essay „Das Ende der Geschichte“ noch um den Siegeszug der Demokratie, schlägt der Stanford-Professor in „Identität“ deutlich pessimistischere Töne an. Denn: Im Zeitalter von Trump und Co. ist die Zahl der demokratischen Staaten real geschrumpft.
Fukuyama versucht angesichts weltweiter nationalistischer Strömungen zu verstehen, warum sich immer mehr Menschen antidemokratischen Kräften zuwenden und liberale Prinzipien ablehnen. Der Intellektuelle ist dabei selbst Verteidiger liberaler Werte und Institutionen. Eine moderne Anwendung der Ideen von Hegel über Smith bis Rousseau. Ausführliche Rezension
Über Edward Snowdens Enthüllungen zur globalen Überwachungsmaschinerie der US-Geheimdienste ist viel geschrieben worden. Über sein Privatleben war lange Zeit hingegen wenig bekannt. Doch auch diese News steuert der bekannte Whistleblower ganz gezielt mit seiner Autobiografie.
In „Permanent Records“ schreibt Snowden über seine Kindheit mit Super Mario, sein abgebrochenes Informatik-Studium an der University of Maryland und natürlich den Tag, an dem er der Welt von den geheimen Machenschaften seines Arbeitgebers, der National Security Agency (NSA), erzählte – auch wenn einige Details der Megaenthüllung in Snowdens Erzählung erstaunlich kurz kommen. Ausführliche Rezension
Wie hat sich unser Land in der Ära Merkel entwickelt? Ist Deutschland freier, sicherer, gerechter, ökologischer geworden – oder nicht? Alles Fragen, denen Stephan Hebel in seinem Buch über die Kanzlerin nachgeht. Am Ende seiner Rechnung kommt er zu dem Ergebnis, dass es vielen Deutschen besser gehen würde, wenn sich Merkel für eine andere, sozialere Politik entschieden hätte. Denn trotz eines anhaltenden Wirtschaftsbooms habe die Spaltung der Gesellschaft zugenommen, urteilt der Autor und Journalist.
Michael Wolffs Recherchen sind Vorlage für eine Vielzahl der immer wieder neu erscheinenden Bücher über US-Präsident Donald Trump. Trumps erste chaotische Präsidentschaftsmonate dokumentierte der US-Autor in seinem Buch „Feuer und Zorn“.
In diesem Jahr erschien mit „Unter Beschuss“ ein weiteres Trump-Buch, das einen amerikanischen Präsidenten porträtiert, der sich permanent verfolgt fühlt und sich immer wieder an den Rand der Selbstzerstörung treibt. Gerade jetzt, wo die Impeachment-Anhörungen im US-Repräsentantenhaus weitere Zweifel an Trumps Integrität säen, bleibt die Frage: Wann fliegen Trumps Deal- und Macho-Gehabe ihm schlussendlich um die Ohren? Ausführliche Rezension
Der Fall Claas Relotius erschütterte die Republik. Der mehrfach ausgezeichnete „Spiegel“-Journalist hatte über Jahre Reportagen und Interviews aus dem In- und Ausland in Teilen oder komplett erfunden.
Ende 2018 flogen die Fälschungen durch Recherchen des „Spiegel“-Mitarbeiters Juan Moreno auf. Moreno ist dabei auf Widerstände gestoßen, wie er in „Tausend Zeilen Lüge“ schreibt – auch im eigenen Haus. Über den steinigen Weg seiner Aufdeckungsrecherche schreibt er in diesem Buch. Außerdem geht er der Frage nach, was dieser Skandal über den Journalismus und das deutsche Mediensystem aussagt.
Deutsche heißen Günter und Gaby, aber eben auch Fatma und Fatih. In der Gesellschaft scheint das noch nicht angekommen zu sein, wie Autorin Ferda Ataman beschreibt. Die Journalistin muss ständig erklären, wo sie eigentlich herkomme und wie sie zu Erdogan stehe – obwohl sie 1979 in Stuttgart geboren ist.
In ihrem Buch „ Ich bin von hier. Hört auf zu fragen“ erhebt Ataman die Stimme für viele andere Deutsche mit ausländischem Namen – und hält den Günters und Gabys den Spiegel vor. Ein humoristisch-pointiertes Sittengemälde der deutschen Gesellschaft anno 2019.
Mehr als 290 Tage saß der ehemalige „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ in der Türkei in Untersuchungshaft, bis er endlich freikam.
In „Agentterrorist“ beschreibt der 46-Jährige nicht nur minutiös sein Leben hinter Gittern, sondern analysiert mit klugem Blick die damalige politische Großwetterlage – und das durchaus selbstkritisch. Yücel gelingt es im Buch, persönliche Erlebnisse mit einer journalistisch korrekten Analyse zu kombinieren. Ausführliche Rezension