USA: USA drängen die EU zu Energieimporten
Washington, Berlin. Die USA erhöhen den Druck auf die Europäische Union, ihre Gasimporte aus Russland einzustellen und stattdessen amerikanisches Gas zu kaufen. „Das ist die Botschaft, mit der ich nach Europa fahre“, sagte US-Energieminister Chris Wright bei einer Veranstaltung des Council of Foreign Relations (CFR) in Washington. Am Donnerstag spricht Wright in Brüssel mit EU-Energiekommissar Dan Jorgensen.
Den USA geht es dabei nicht nur darum, Einnahmen zu generieren. Die Gespräche sind Teil einer Strategie, um „Energiedominanz“ zu erlangen, wie Präsident Donald Trump es nennt.
Um einen Teil der US-Zölle zu vermeiden, hatte die EU-Kommission im Juli zugesagt, bis zum Jahr 2028 Energieprodukte im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA abzunehmen. Dabei geht es vor allem um verflüssigtes Erdgas (LNG).
Experten warnen jedoch: „Die Zahl ist sehr hoch, das wirkt unrealistisch“, sagte etwa Energieexperte Eamon Drumm vom German Marshall Fund (GMF). Denn aus Russland bezieht Europa nur noch Gas für weniger als 20 Milliarden Dollar pro Jahr. Weltweit kauft die EU LNG für weniger als 50 Milliarden Dollar pro Jahr LNG ein. Nun soll Gas für 250 Milliarden Dollar jährlich kommen – allein aus den USA.