Aktien, Anleihen: Deshalb könnte es an den Märkten langfristig ungemütlich werden
Nach den Wahlen in Ostdeutschland hat sich neben vielen Politikern auch Olivier Blanchard zu Wort gemeldet. Der Franzose, ehemals Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), zieht Parallelen zum Wahlchaos in Frankreich sowie zu Entwicklungen in Italien und den Niederlanden. Blanchard beklagt auf X, ehemals Twitter, die Schwächung der politischen „Mitte“ zugunsten der „Extreme“ und spricht von „tiefer liegenden“ Entwicklungen, die schwer „adressiert“ werden könnten.
Die Sorge ist aus politischer Sicht berechtigt. An den Märkten scheint sie bisher kaum eine Rolle zu spielen. Die Investoren ignorieren den Rechtsruck in Thüringen und Sachsen, weil die Ergebnisse dort erwartet worden waren und zunächst nur begrenzte Aussagekraft für die Bundesebene haben.
Auch in anderen Ländern – etwa in Italien – hatten politische Ereignisse kurzfristig nur wenig Einfluss auf die Börsen. Dies könnte sogar im November der Fall sein, wenn die Amerikaner über die Nachfolge von Joe Biden entscheiden. Es wäre dennoch fahrlässig zu übersehen, dass die von Blanchard angesprochene Verschiebung auf längere Sicht sehr wohl eine entscheidende Rolle spielen wird.