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Investmentfirma von Warren BuffettDie teuerste Aktie der Welt hat noch Luft nach oben – auch Kleinanleger können profitieren

Eine einzige Aktie von Berkshire Hathaway kostet aktuell 305.000 Dollar. Für Kleinanleger gibt es auch günstigere B-Aktien. Lohnt sich der Kauf?Katharina Kort 05.08.2018 - 17:29 Uhr Artikel anhören

Warren Buffett hat immer bevorzugt in den USA investiert. Das könnte ihm nun zugutekommen.

Foto: Reuters

New York. Eigentlich ist die Aktie von Star-Investor Warren Buffett eher eine Art aktiv gemanagter Investmentfonds. An der Spitze steht der Chef als Fondsmanager mit einer extrem ruhigen Hand und investiert in die verschiedensten Unternehmen vom Softeis-Hersteller über Versicherungen bis hin zum Smartphone-Konzern Apple. Dabei richtet sich das Anlageprodukt ganz klar an Investoren mit einem sehr langen Horizont.

Tatsächlich handelt es sich bei der Aktie von Berkshire Hathaway um eine Holding, in die auch private Anleger investieren können. Sie können über ihre Papiere von der Erfahrung des Investment-Gurus Buffett profitieren. Wer viel Geld auf der Seite hat, bekommt die A-Aktie derzeit für knapp 305 .000 Dollar.

Diese Aktie hat Buffett noch nie gesplittet, seit sie 1980 zum ersten Mal für 290 Dollar an der New York Stock Exchange gehandelt wurde. Wer damals 1000 Dollar angelegt hat, ist heute Millionär.

Für die nicht ganz so Wohlhabenden hat Buffett schon zehn Jahre nach dem Börsengang eine B-Aktie herausgegeben, die am Freitag für 200 Dollar zu haben war. Nach Ansicht der meisten Analysten bleibt Berkshire Hathaway weiterhin eine solide Anlage.

Auch Thomas Kleber, der bei dem Vermögensverwalter Pecora Capital die aktienbasierte Investmentstrategie leitet, rät vor allem langfristig orientierten Investoren weiterhin zum Kauf der Aktie: „Bei den aktuell luftigen Bewertungen bietet Berkshire Hathaway große absolute und relative Vorteile gegenüber dem normalen Markt und den ETFs“, sagt er.

Die Holding mit Sitz in Omaha im Bundesstaat Nebraska ist ein Konglomerat, zu dem mehr als 80 Unternehmen gehören. Einige gehören Berkshire Hathaway komplett – wie der Privatjetdienst NetJets, die Schnellrestaurantkette Dairy Queen, die zweitgrößte US-Eisenbahngesellschaft BNSF Railway oder der Versicherer Geico.

An anderen Unternehmen hält die Holding große Beteiligungen. So gehören dem Buffett-Imperium fast zehn Prozent an Coca-Cola und an der Bank Wells Fargo, fast 18 Prozent an American Express, knapp sieben Prozent an der Bank of America und fünf Prozent am iPhone-Hersteller Apple.

Immer der gleiche Ansatz

Dabei ist der Ansatz von CEO Buffett und seiner rechten Hand, dem langjährigen Vizepräsidenten Charles Munger, immer der Gleiche: Sie suchen nach Unternehmen, die unterbewertet sind, um dann von ihrer späteren Wertsteigerung und ihren steten Dividenden zu profitieren.

Dabei mischt sich Buffett – anders als Hedgefonds und andere aktivistische Investoren – nicht in das Geschäft der Unternehmen ein. Er erwirbt die Firmen auch nicht, indem er sich den Kauf über die Aufnahme neuer Schulden finanziert, wie es viele Finanzinvestoren machen.

Im vergangenen Jahr machte Berkshire Hathaway bei einem Umsatz von 240 Milliarden Dollar auch dank der jüngsten Steuersenkungen in den USA 45 Milliarden Dollar Gewinn. Damit gehört die Holding zu den 20 größten Unternehmen der USA. Auch das zweite Quartal lief blendend, wie die Beteiligungsgesellschaft am Wochenende mitteilte.

Auch dank des extrem guten Versicherungsgeschäfts ist das operative Ergebnis von Berkshire Hathaway um 67 Prozent auf 6,89 Milliarden Dollar geklettert. Der Nettogewinn verdreifachte sich gegenüber dem Vorjahr sogar auf 7,3 Milliarden. Das lag jedoch vor allem an den neuen Bilanzierungsregeln. Danach müssen auch nicht realisierte Kursgewinne ausgewiesen werden. Buffett warnte daher, dass das Ergebnis irreführend sein könnte.

Innerhalb der letzten zwei Jahre hat die Aktie mit dem Tickersymbol BRK um ein Drittel zugelegt. Den Höchstpunkt erreichte sie bisher im Januar dieses Jahres mit 217,62 Dollar. Am Freitag vor den Quartalsergebnissen notierte die Aktie in New York bei 200 Dollar. Die Analysten von Morgan Stanley und von J.P.Morgan haben ein Kursziel von 210 Dollar. Barclays sieht die Aktie mittelfristig dagegen bei 240 Dollar.

Buffetts Ansatz des „Value Investing“ hat sich also über die Jahre ausgezahlt. Er ist aber auch gleichzeitig das größte Problem für Buffett und seine zwei Dutzend Mitarbeiter. Denn diese finden in diesen Zeiten kaum noch Unternehmen, die wirklich unterbewertet sind. Das hat dazu geführt, dass Berkshire Hathaway heute auf mehr als 100 Milliarden Dollar Cash sitzt und nicht weiß, wohin damit.

Deshalb hat das Management nun beschlossen, die strengen Regeln für Aktienrückkäufe zu lockern. So können sie leichter die eigenen Aktien zurückkaufen und damit vom Markt nehmen.

Umstrittene Aktienrückkäufe

Dieser Ansatz ist umstritten, denn der Rückkauf verknappt zwar das Angebot der Aktien und hilft damit künstlich dem Börsenkurs. Aber das schafft nicht wirklich Werte. Deshalb war Buffett selbst lange ein Gegner davon.

2011 hat er zwar eingelenkt und ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Aber das sah bisher klare Grenzen vor: Das Management durfte nur Aktien zurückkaufen, wenn der Preis bei weniger als 20 Prozent über Buchwert liegt. Da das aber bei Berkshire sehr selten vorkommt, wurde diese Regel nun gelockert, und das erklärt auch den jüngsten Kursanstieg.

J.P.-Morgan-Analystin Sarah DeWitt lobte den Schritt. Das viele Cash sei ein „schwerer Klotz für die Gewinne“ gewesen, zumal Buffett und Munger keine attraktiven Investitionen fanden. Die neue Rückkaufpolitik könnte „ein wichtiger positiver Motor“ sein. Sie hat ein Kursziel von 235 Dollar für die B-Aktien, also rund 18 Prozent über dem aktuellen Wert.

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Auch angesichts des drohenden Handelskriegs sehen Analysten Berkshire Hathaway gut gewappnet. Buffett hat immer bevorzugt in den USA investiert. Das könnte ihm nun zugutekommen, sagte Analystin Cathy Seifert von CFRA der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die größten Risiken sieht Kleber vom Vermögensverwalter Pecora Kapital bei den einzelnen Geschäftsfeldern oder Firmen. „Wie auch in der Vergangenheit wird es bei einem 500-Milliarden-Dollar-Konglomerat mit solch vielen Beteiligungen nicht möglich sein, Einzelprobleme auszuschließen“, meint er. Dennoch geht Kleber davon aus, dass die Aktie von Berkshire Hathaway die Entwicklung des S&P 500-Indexes in den nächsten zehn Jahren „mit einer deutlichen Marge übertreffen wird“.

Auch für ein Ableben von Buffett selbst sei das Unternehmen gut vorbereitet und könne sich als Holding-Struktur dank dem hohen Maß an Eigenständigkeit und unabhängigen Geschäftsführern und Managern „weiterhin prächtig entwickeln“. Buffett habe den Firmen von Beginn an viel Entscheidungsspielraum und Flexibilität gewährt. Das zahle sich nun aus.

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