Investorenbarometer: Personalmangel und steigende Zinsen: Start-ups stehen härtere Zeiten bevor
Frankfurt. Auf dem deutschen Markt für Wagniskapital (Venture Capital) droht sich das Geschäftsklima zu verschlechtern. Das geht aus dem Investorenbarometer hervor, das die Förderbank KfW zusammen mit dem Branchenverband BVK erstellt und das das Handelsblatt zuerst veröffentlicht.
Zwar hielt sich der Geschäftsklimaindikator für die Finanzierung junger Technologiefirmen im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf dem Rekordwert von 41,6 Saldenpunkten. Doch das ist vor allem auf die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. Der Indikator für die Geschäftserwartung hat leicht verloren.
„Angesichts der Investitionsrekorde, die wir 2021 gesehen haben, war ein zum Jahresende weiterhin sehr gutes Venture-Capital-Geschäftsklima zu erwarten“, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Die Aussichten, dass der Markt 2022 ähnlich volumenstark bleibt, haben sich aber eingetrübt. Denn die Investitionsaktivität könnte sich mit den nahenden Zinsschritten der Notenbanken abkühlen.“
Die vorteilhaften Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Die Turbulenzen an den Aktienbörsen, die politischen Auseinandersetzungen zwischen der Nato und Russland sowie die weltweit steigende Inflation fordern ihren Tribut.