Warren Buffett: „Zölle sind eine Kriegshandlung, gewissermaßen“
Denver. Starinvestor Warren Buffett hat sich gegen die scharfe Zollpolitik von US-Präsident Trump ausgesprochen. „Wir haben viel Erfahrung mit Zöllen. Sie sind eine Kriegshandlung – gewissermaßen“, sagte der CEO des Konglomerats Berkshire Hathaway in einem Interview mit dem TV-Sender CBS News. Buffett, 94, gibt eigentlich nur noch sehr selten Interviews und sprach vor allem über seine Freundschaft mit der verstorbenen Herausgeberin der „Washington Post“, Katharine Graham. Es soll Teil einer Dokumentation über Graham werden.
Buffett fürchtet, dass Zölle die Inflation antreiben und Verbraucher schädigen könnten. Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte sich Buffett gegen Handelskriege ausgesprochen und vor ihren Folgen gewarnt. „Mit der Zeit sind Zölle eine Steuer auf Güter“, so Buffett. „Also, die Zahnfee zahlt sie nicht“, scherzte der Berkshire-Chef, der den Konzern seit 60 Jahren führt.
Man müsse immer nach den Konsequenzen solcher Handlungen fragen, gab er zu bedenken. „Und was dann? Diese Frage muss man sich in der Wirtschaftswissenschaft immer stellen. Was passiert dann?“, so Buffett, zu dessen Konzern ein knapp 300 Milliarden Dollar schweres Aktienportfolio gehört, ebenso wie Dutzende Mittelständler, eine Energie- und eine Industriesparte. Daher gilt Berkshire als Gradmesser für die US-Wirtschaft.