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BankenSparkassen-Erträge geraten unter Druck, Personalkosten steigen

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen rechnen für 2024 mit gut zehn Prozent weniger Gewinn als im Rekordjahr 2023. Der Bestand an Immobilienkrediten sinkt erstmals.Elisabeth Atzler 12.09.2024 - 17:23 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Das Betriebsergebnis vor Bewertung dürfte mit fast 1,5 Milliarden Euro um knapp zehn Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr. Foto: picture alliance / Schoening

Frankfurt. Die 48 Sparkassen in Hessen und Thüringen rechnen damit, dass sie das Rekordergebnis von 2023 in diesem Jahr deutlich verfehlen werden. Der Ertrag vor Berechnung der Vorsorgereserven und vor Steuern in diesem Jahr wird nach den Schätzungen bei etwa 1,3 Milliarden Euro liegen, wie der Verband  am Donnerstag mitteilte. Das wären etwa 13 Prozent weniger als im 2023.

Nach Angaben von Stefan Reuß, Präsident des Sparkassenverbandes Hessen-Thüringen, wird der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsgröße, voraussichtlich mit 2,7 Milliarden Euro stabil bleiben. Das liegt auch daran, dass die Sparkassen Wertpapiere mit niedriger Verzinsung verkauft und neu zu höheren Zinsen angelegt haben, wie Verbandsgeschäftsführer Manfred Üffing erklärte.

Allerdings steigen parallel dazu die Kosten: Insbesondere der Personalaufwand legt zu, als Folge des jüngsten Tarifabschlusses. In Ballungsräumen müssten die Sparkassen teils mehr zahlen als der Tarif, um das gesuchte Personal überhaupt für sich gewinnen zu können, sagte Reuß. Zudem steige der Fachkräftemangel, weil immer mehr Beschäftigte in den Ruhestand gingen. Bei manchen Sparkassen seien es bis zu 50 Prozent in den kommenden zehn Jahre.

Im vergangenen Jahr hatten die rund 350 deutschen Sparkassen vor Steuern rund 17 Milliarden Euro verdient – so viel wie noch nie. Sie profitierten wie alle Geldhäuser stark von den Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Banken erhielten vier Prozent Zinsen, wenn sie über Nacht Geld bei der Notenbank parkten, und gaben oft nur relativ wenig von den Notenbankzinsen an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Am Donnerstag senkte die EZB den Einlagenzins um einen Viertelprozentpunkt (25 Basispunkte) auf 3,5 Prozent.

Laut Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, stellen sich die Sparkassen für dieses Jahr sogar auf einen deutlichen Gewinnrückgang ein. Das Ergebnis aus dem Vorjahr werde 2024 „nicht mal annährend“ erreicht, sagte er vergangene Woche. Sollten die Gewinne bundesweit wie in Hessen und Thüringen um gut zehn Prozent sinken, wären das im langjährigen Vergleich gleichwohl außergewöhnlich hohe Erträge.

Der Auftragsmangel im Wohnungsbau nimmt zu. Foto: dpa

Manche Sparkassen können sich dem Trend bisher sogar entziehen. Die Berliner Sparkasse steigerte im ersten Halbjahr das Vorsteuerergebnis sogar.

Angesichts der mauen Wirtschaftsentwicklung lahmt jedoch das Neugeschäft, was insbesondere die Immobilienfinanzierung spürt. Zwar hat die sich vom Einbruch vor zwei Jahren etwas erholt, liegt aber immer noch weit unter dem Niveau der Boomjahre.

Bei den Sparkassen in Hessen und Thüringen sank im ersten Halbjahr 2024 sogar der Kreditbestand bei der Immobilienfinanzierung leicht – das erste Mal seit mindestens 1990.  „Das ist schon besorgniserregend“, sagte Üffing. Es gebe am Immobilienmarkt keine Investitionssicherheit.

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Erstpublikation: 12.09.2024, 11:06 Uhr.

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