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Coronakrise „Zahlungsverkehr ist garantiert“ – Österreich will Ansturm auf Banken vorbeugen

Österreichs Finanzminister Blümel und Notenbankchef Holzmann sehen keinen Engpass beim Bargeld. Kunden hatten zuletzt zwei- bis dreimal so viel abgehoben wie sonst üblich.
16.03.2020 Update: 16.03.2020 - 16:52 Uhr Kommentieren
„Die Oesterreichische Nationalbank hat genügend Bargeldreserven, um die Banken selbst, die Automaten, aber auch die Wirtschaft in beliebiger Höhe zu versorgen“, sagt der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann. Quelle: Reuters
Oesterreichische Nationalbank

„Die Oesterreichische Nationalbank hat genügend Bargeldreserven, um die Banken selbst, die Automaten, aber auch die Wirtschaft in beliebiger Höhe zu versorgen“, sagt der österreichische Notenbankchef Robert Holzmann.

(Foto: Reuters)

Wien Österreich will im Zuge des sich ausbreitenden Coronavirus einen Ansturm auf seine Banken verhindern. „Der Zahlungsverkehr ist garantiert“, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Montag angesichts der stark steigenden Bargeldabhebungen bei den österreichischen Banken. „Natürlich stehen ausreichend Bargeldreserven zur Verfügung“, betonte der Vertraute von Bundeskanzler Sebastian Kurz.

„Die Oesterreichische Nationalbank ist jederzeit in der Lage, die Bargeldversorgung sicherzustellen“, versicherte auch der Gouverneur der Notenbank, Robert Holzmann. „Die Konten sind sehr sicher“, beteuerte er. Das EZB-Mitglied appellierte an die „Vernunft“ seiner Landsleute, Bargeld nicht in großen Mengen zu Hause zu horten. Denn dort sei es auch nicht sicher.

Bereits am Freitag wurde in Österreich nach Angaben der Nationalbank zwei- bis dreimal so viel Bargeld abgehoben wie üblicherweise. An normalen Tagen sind das für Österreich rund 200 Millionen Euro an Bargeld.

Die Oesterreichische Nationalbank hatte schon am Freitag versucht zu beruhigen, indem sie genügend Liquidität zusicherte. „Die Nationalbank hat ausreichende Bargeldreserven, um die Bankomatbetreiber, die Banken und die Wirtschaft mit Bargeld zu versorgen. Aus diesem Grund wurden im Bargeldbereich der Nationalbank auch die Öffnungszeiten ausgeweitet“, ließ Nationalbank-Gouverneur Holzmann mitteilen.

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    Am Wochenende habe die Nationalbank Überstunden gemacht, damit die 9.000 Geldautomaten in ganz Österreich mit ausreichend Bargeld gefüllt sind. „Die Banken sind gut aufgestellt. Die Liquidität ist da“, sagte der 71-jährige Notenbankchef. „Ich rechne nicht mit einem Banken-Run.“

    Aus Sicht des österreichischen Finanzministers werde der Bedarf nach Geld ohnehin geringer sein, weil es angesichts der weitgehenden Schließung des Einzelhandels weniger Möglichkeiten zum Einkaufen gebe. „Wir haben keine Krise des Finanzsystems, sondern eine Nachfragekrise“, sagte Blümel in Wien.

    Für „turbulente Zeiten gerüstet“

    Generell sieht die Notenbank die heimischen Institute gegen die Krise gewappnet. „Die österreichischen Banken haben ihre Hausaufgaben gemacht“, sagte Gottfried Haber, Vizegouverneur der Oesterreichischen Nationalbank.

    So ruft die führende österreichische Bank Erste Group dazu auf, vorerst aus Hygienegründen auf Bargeldzahlungen zu verzichten und Rechnungen mit EC- und Kreditkarten zu begleichen. Das Geldinstitut verwies auf eine entsprechende Empfehlung der in Genf ansässigen Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Zuge des Kampfs gegen das Coronavirus.

    Die Stresstests des Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten gezeigt, dass die österreichischen Geldinstitute hervorragend abschneiden. „Die österreichischen Banken haben ihre Kapitalquoten in den letzten zehn Jahren verdoppelt und sind damit auch für mögliche turbulente Zeiten in der Realwirtschaft hervorragend gerüstet“, sagte Haber.

    „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir eine ganz wichtige Aufgabe haben“, sagte Andreas Treichl, der zwölf Jahre CEO der Erste Group war, an diesem Montag. „Wir sind wirklich gut vorbereitet.“ Auf die Frage nach der Schließung von Bankfilialen antwortete der 67-Jährige vage: Sollte die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigt sein, könnte dieser Schritt vorübergehend erfolgen.

    Für den Bankensektor in Osteuropa gab er aber Entwarnung. „Die Systeme von Polen bis Kroatien sind alle sehr gesund und gehören zu den am besten kapitalisierten Systemen. Mit großer Sicherheit ist zu erwarten, dass von dieser Region keine negativen Entwicklungen kommen. Ich sehe dort keine Gefahr.“ Der Finanzminister wiederum sprach von einem „Schulterschluss mit den Banken. Wir leben in einer Ausnahmesituation“, sagte Blümel.

    Der am Sonntag vom Parlament beschlossene Krisenfonds mit vier Milliarden Euro soll die Liquidität mit Überbrückungskrediten, Kurzarbeit, Steuerstundungen oder Herabsetzung der Steuervorauszahlung sichern. 400 Millionen Euro werden zunächst in ein neues Modell für Kurzarbeit fließen. „Wenn es mehr braucht, wird es mehr geben“, sagte der Finanzminister.

    Die Anträge der Unternehmen sollen in kürzester Zeit bearbeitet werden. Ziel sei es, „die Zahlungsfähigkeit in den Unternehmen zu gewährleisten, Arbeitsplätze zu sichern und in Härtefällen zu helfen“, hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Wochenende angekündigt. „Es wird nicht die letzte Maßnahme sein“, sagte er.

    Mehr: Warum die Notenbanken derzeit nicht helfen können.

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