Deutsche Bank: Sewing sieht Stabilität der Kapitalmärkte gefährdet
Frankfurt. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing fürchtet, dass politische Risiken zur dauerhaften Belastung für die globalen Kapitalmärkte werden können. Den jüngsten Anstieg der Risikoprämien an den Anleihemärkten bewertet Sewing „nicht als vorübergehendes Aufflackern“, voraussichtlich würden die Renditen auf dem aktuellen erhöhten Niveau bleiben.
Für Sewing sind die Turbulenzen „ein Spiegelbild von politischer Unsicherheit, von fehlenden Reformen und von steigender Verschuldung“.
Das Risikoempfinden an den Märkten ändere sich. „Die Investoren sehen, dass es an den wirtschaftlichen Reformen mangelt, um die steigenden Staatsschulden zu decken“, warnte Sewing auf dem Banken-Gipfel des Handelsblatts. Auch wenn man bei kurzfristigen Kursausschlägen Ruhe bewahren solle, sei das eine eindeutige Mahnung.
In dieser Woche waren die Kurse von Staatsanleihen rund um den Globus deutlich abgesackt, spiegelbildlich stiegen die Renditen. Grund war die zunehmende Sorge der Investoren über die steigenden Staatsschulden, was vor allem lang laufende Bonds traf.
In Großbritannien stieg die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 1998. In Frankreich und Deutschland lagen die Renditen so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr. Und in Japan erreichten die Risikoprämien für 30-jährige Bonds einen neuen Rekord.