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Ex-Commerzbank-ChefMartin Blessing soll Verwaltungsratschef der Danske Bank werden

Nach dem Geldwäscheskandal der Dänen soll der frühere Commerzbank-Chef den Abschluss der Aufräumarbeiten überwachen. Blessing fühlt sich „sehr geehrt“.Michael Maisch 08.02.2022 - 10:48 Uhr Artikel anhören

Bereits seit 2020 sitzt der frühere Commerzbank-Chef im Aufsichtsrat der Danske Bank. Nun übernimmt er zusätzlich den Vorsitz des Beirats des Zahlungsdienstleisters Unzer.

Foto: Bloomberg

Hamburg. Bereits seit 2020 sitzt Martin Blessing im Aufsichtsrat der dänischen Großbank Danske und leitet dort das Risikokomitee. Keine leichte Aufgabe, denn das Geldhaus ist nach einem der größten europäischen Geldwäscheskandale noch immer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Jetzt soll Blessing den Vorsitz des Verwaltungsrats von Danske übernehmen.

Am Dienstagmorgen teilte der bisherige Amtsinhaber Karsten Dybvad mit, dass er sich auf der kommenden Hauptversammlung am 17. März nicht mehr zur Wiederwahl stellen will und als Nachfolger Blessing vorschlage. „Ich bin sehr geehrt, als Chairman des Board of Directors empfohlen zu werden“, sagte der deutsche Banker.

Danske steckt nach dem schweren Geldwäscheskandal 2018 noch bis 2023 im Umbau. Der Fall hatte die gesamte Branche erschüttert. Über die estnische Niederlassung des Instituts wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro abgewickelt. Seither ist die Bank nicht mehr zur Ruhe gekommen.

2021 war dem Geldhaus der dritte Vorstandschef innerhalb von zweieinhalb Jahren abhandengekommen. Chris Vogelzang stürzte über Vorwürfe, Missstände in der Geldwäscheprävention zugelassen zu haben. Allerdings bei ABN Amro, wo er viele Jahre zuvor das Privatkundengeschäft verantwortet hatte.

Der Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus. Carsten Egeriis soll nun bis Ende des kommenden Jahres die Sanierung abschließen und aus Danske eine agilere, digitalere und vor allem effizientere Bank machen. Für 2021 hat Danske einen Nettogewinn von gut zwölf Milliarden dänischen Kronen (rund 1,56 Milliarden Euro) angekündigt, das wären deutlich mehr als die 4,6 Milliarden (rund 600 Millionen Euro) aus dem Jahr davor.

Blessing hat eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. 2001 steigt er in den Vorstand der Commerzbank auf, 2008, unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise, wird er zum Vorstandschef befördert. Nach wenigen Wochen folgt der Kauf der Dresdner Bank. Kurz danach geht die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite, und der Staat muss die angeschlagene Commerzbank mit 18,2 Milliarden Euro stützen.

Blessings Spac nicht besonders erfolgreich

2016 verlässt der heute 58-Jährige die Commerzbank überraschend und wechselt zum Schweizer Bankriesen UBS. Zunächst leitet Blessing das Schweizer Privatkundengeschäft, erzielt Rekordergebnisse und gilt sogar als möglicher Nachfolger des damaligen Vorstandschefs Sergio Ermotti. Weniger gut läuft es als Co-Chef der wichtigsten UBS-Sparte, der Vermögensverwaltung: Als das Geschäft zu schwächeln beginnt, verlässt Blessing 2019 das Schweizer Geldhaus.

Seither hat der Banker vor allem als Tech-Investor für Aufmerksamkeit gesorgt. Blessing hat den boomenden Markt für das Geschäft mit leeren Börsenmänteln genutzt, um rund 380 Millionen Euro mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company (Spac) einzusammeln.

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Ziel des Vehikels mit dem Namen FinTech IPO Company war es eigentlich, ein technologiegetriebenes Finanzunternehmen zu kaufen und an die Börse zu bringen. Am Ende kaufte Blessings Spac allerdings die niederländische Firma Azerion, die ihr Geld vor allem mit Werbeplatzierungen in Online-Spielen verdient. Azerion wurde beim Börsengang mit 1,3 Milliarden Euro bewertet. Seit dem Abschluss der Transaktion ist der Kurs des Unternehmens allerdings von zehn Euro auf 9,12 Euro abgesackt.

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