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GroßbankJP Morgan will zehn Milliarden Dollar in US-Firmen investieren

Die US-Bank plant Investitionen in Branchen, die sie für die USA als sicherheitsrelevant identifiziert hat. CEO Jamie Dimon reagiert damit auf Washingtons Konflikt mit Peking.Timm Seckel 13.10.2025 - 14:43 Uhr Artikel anhören
Jamie Dimon: Der Chef von JP Morgan äußert sich zunehmend offen zur US-Politik. Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Die US-Großbank JP Morgan will zehn Milliarden Dollar in Firmen investieren, von denen sie sich die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der USA erwartet. Das teilte die Bank am Montag mit.

Die Ankündigung steht im Zusammenhang mit einer größeren Kampagne, mit der die Bank innerhalb von zehn Jahren insgesamt 1,5 Billionen Dollar für Schlüsselbranchen mobilisieren will. Rohstoffe, Produkte und Fertigungskapazitäten seien essenziell für die USA – aber zu oft in unzuverlässigen Händen, wird JP-Morgan-Chef Jamie Dimon in einer Mitteilung der Bank zu den Plänen zitiert.

Vier Bereiche sollen im Mittelpunkt der Investitionen stehen: Lieferketten und Fertigung, Verteidigung und Raumfahrt, Energie-Unabhängigkeit sowie „strategische Technologien“, also Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Quantencomputing.

Die Mitteilung der Bank erwähnt die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump zwar nicht explizit. Allerdings dürfte die Ankündigung auch darauf ausgelegt sein, die Politik Trumps unter dem Motto „America first“ zu unterstützen. Erst am Freitag hatte dieser neue Zölle gegen China angekündigt – als Reaktion auf schärfere Ausfuhrkontrollen Pekings für seltene Erden.

China kontrolliert große Teile des Weltmarkts für diese Rohstoffe, die fast alle wichtigen Industrien weltweit benötigen. Inzwischen hat Trump die Ankündigung zwar relativiert, doch der Konflikt um diese Rohstoffe bleibt akut.

Der 69-jährige Dimon äußert sich in den letzten Jahren zunehmend offen zur US-Sicherheitslage. Das Land verlasse sich zu stark auf potenzielle Gegner bei der Beschaffung kritischer militärischer Güter, schrieb er im Mai in einem Brief an die Aktionäre und nannte China ausdrücklich. Bereits 2023 hatte er betont, dass die US-Lieferketten für wichtige Produkte und Materialien „inländisch oder ausschließlich mit völlig befreundeten Alliierten oder Partnern“ aufgebaut werden müssten.

Der Bank-CEO hat zur Politik Trumps ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits kritisiert er die Zollpolitik scharf. Hohe Zölle führten zu Unsicherheit und hätten negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, sagte Dimon etwa im Juli im Handelsblatt-Interview. Außerdem kritisiert er die hohen Staatsschulden der USA, die auch unter Trump weiter wachsen und zuletzt bei knapp 120 Prozent der Wirtschaftsleistung lagen.

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Gleichzeitig äußerte er sich lobend über Trumps Steuersenkungen und die unternehmensfreundliche Politik des US-Präsidenten. Auch mit Blick auf China scheint Dimon nun auf einer Linie mit Trump. „Hoffentlich wird Amerika, wie wir es bereits in der Vergangenheit getan haben, zusammenkommen und mit diesen immensen Herausforderungen umgehen. Wir müssen jetzt handeln“, wird Dimon in der JP-Morgan-Mitteilung weiter zitiert.

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