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Immobilienfinanzierer Aareal Bank will Anteil an IT-Tochter verkaufen – Hedgefonds geht das nicht weit genug

Die Aareal Bank will Teile an Aareon an einen langfristig orientierten Finanzinvestor verkaufen. Der aktivistische Investor Teleios drängt auf einen Komplettverkauf.
20.05.2020 Update: 20.05.2020 - 13:33 Uhr Kommentieren
Der Immobilienfinanzierer will weiterhin eine Mehrheit an der IT-Tochter halten. Quelle: dpa
Aareal Bank

Der Immobilienfinanzierer will weiterhin eine Mehrheit an der IT-Tochter halten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Aareal Bank stellt ihre IT-Tochter Aareon ins Schaufenster. Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer wolle eine signifikante Minderheitsbeteiligung an einen langfristig orientierten Finanzinvestor verkaufen, teilte das Institut am Dienstag mit.

Mit dem geplanten Teilverkauf punktete die Aareal Bank bei den Anlegern: Die Aktien der Immobilienbank schossen in den ersten Handelsminuten 13 Prozent nach oben und lagen am Nachmittag noch zehn Prozent im Plus.

„Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, einen solchen Schritt ernsthaft in Betracht zu ziehen“, sagte Aareal-Chef Hermann Merkens. „Das Marktumfeld für Tech-Unternehmen wie die Aareon ist gut.“ Mit dem Partner solle das Wachstum der IT-Sparte forciert werden.

Die Aareal Bank wolle weiterhin eine Mehrheit an der Tochter halten. Merkens hatte immer betont, einen strategischen Partner für Aareon zu suchen und die Tochter durch Zukäufe stärken zu wollen.

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    Der Wert von Aareon, mit dessen Software Wohnungsvermieter die Verwaltung von Immobilien und Mietzahlungen abwickeln, wurde von Bankern – vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – auf rund eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

    Hedgefonds drängt zu Komplett-Verkauf von IT-Tochter

    Dem aktivistischen Investor Teleios, der Ende April seine Beteiligung wieder auf über fünf Prozent aufgestockt hat und nach eigenen Angaben aktuell 6,5 Prozent hält, gehen die Pläne aber nicht weit genug. Die komplette Trennung von der Tochter oder die Veräußerung eines Mehrheitsanteils könne beträchtlich mehr Geld in die Kassen des Immobilienfinanzierers spülen und mehr Bieter auf den Plan rufen, argumentierte der Hedgefonds am Mittwoch. Das würde „für die Aareal und ihre Aktionäre die bessere Option darstellen“.

    Vor einem Komplettverkauf der Aareon, deren Wert vor der Corona-Pandemie von Bankern auf rund eine halbe Milliarde Euro geschätzt wurde, schreckt Merkens aber zurück. Schließlich liefert die IT-Tochter wichtige Provisionserträge und Einlagen zur Refinanzierung.

    Mittelfristig soll sie ihr Betriebsergebnis auf rund 100 Millionen Euro verdoppeln. Der gesamte Aareal-Konzern erzielte 2019 einen Gewinn vor Steuern von 248 Millionen Euro, dazu trug die Aareon rund 37 Millionen Euro bei. Bei der Tochter arbeiten rund 1600 Mitarbeiter, in der Kernbank sind es 900.

    Doch der aktivistische Investor Teleios, der schon seit längerem auf einen Verkauf oder eine Abspaltung von Aareon drängt, lässt nicht locker. Der Hedgefonds forderte das Management auf, die erhaltenen Interessenbekundungen offenzulegen und in einem zweigleisigen Prozess sowohl einen Mehrheits- als auch einen Minderheitsverkauf der Aareon zu prüfen.

    Teleios droht mit Konsequenzen

    „Wir gehen davon aus, dass das Management seit geraumer Zeit regelmäßig Interessensbekundungen für einen mehrheitlichen oder vollständigen Erwerb der Aareon von seriösen Bietern erhält und diese ignoriert“, erklärte der Investor. Das gelte auch für Offerten „auf Bewertungsniveaus, die die eigenen Prognosen des Unternehmens in den Schatten stellen.“

    Zugleich drohte Teleios mit Konsequenzen. Es sei eine schwerwiegende Verletzung von treuhänderischen Pflichten, wenn das Management überzeugende Gebote rundheraus ablehne. „Wir erwägen angemessene Maßnahmen, um darauf zu reagieren.“

    Ende April stockte Teleios seine Beteiligung wieder auf über fünf Prozent auf und hält nach eigenen Angaben aktuell 6,5 Prozent. Nach Daten von Refinitiv ist der Hedgefonds damit der drittgrößte Aareal-Investor hinter den Fondgesellschaften Blackrock und Deka.

    Mehr: Coronakrise schlägt bei Spezialfinanzierer Aareal Bank ins Kontor.

    • rtr
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