Landesbank: NordLB macht eine Viertelmilliarde Euro Gewinn
Frankfurt. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) schraubt auch dank der höheren Zinsen ihren Gewinn kräftig nach oben. Sie verdiente in den ersten neun Monaten des Jahres 253 Millionen Euro vor Steuern. Im selben Zeitraum 2022 waren es nur 31 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet NordLB-Chef Jörg Frischholz mit einer „deutlichen Ergebnisverbesserung“, wie er am Donnerstag sagte. „Dies zeigt, dass unser Geschäftsmodell trägt.“
Allerdings seien die geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd, sagte Frischholz. „Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt weiter eingetrübt. Hierauf sind wir vorbereitet.“
Für das Immobiliengeschäft bildete die NordLB in den ersten neun Monaten eine Risikovorsorge von 69 Millionen Euro. Da es in einigen Segmenten Auflösungen von Risikovorsorge gab, legte die Bank in diesem Jahr unterm Strich bisher 34 Millionen Euro beiseite.
Auch die Insolvenz des Immobilienimperiums des österreichischen Unternehmers René Benko könnte Konsequenzen für die NordLB haben. Seine Signa Holding hat am Mittwoch beim Handelsgericht Wien eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Finanzkreisen zufolge ist die NordLB bei Signa mit rund 100 Millionen Euro engagiert, bei anderen Landesbanken allerdings sind es teils noch deutlich höhere Beträge.
Die NordLB war 2019 mit 3,6 Milliarden Euro vor dem Aus gerettet worden. Den Großteil davon, Eigenkapital und Garantien in Höhe von 2,3 Milliarden Euro, stemmte das Land Niedersachsen. Die Sparkassen-Finanzgruppe steuerte 1,1 Milliarden Euro bei, seitdem sind auch die bundesdeutschen Sparkassen beteiligt.
Zuletzt hatten sich die Eigentümer über die künftige Ausrichtung des Instituts und die Einführung einer neuen Banksteuerungs-IT gestritten. Die bundesdeutschen Sparkassen, die mit rund 24 Prozent an der NordLB beteiligt sind, sehen das Wachstum des Hannoveraner Geldhauses kritisch und finden die ursprünglichen Pläne für eine neue Banksteuerung überdimensioniert.
Die niedersächsischen Sparkassen und das Land Niedersachsen, die zusammen zwei Drittel an der NordLB halten, stehen dagegen hinter dem Wachstumskurs von Frischholz, der seit Anfang 2022 im Amt ist.
NordLB plant Einführung einer neuen Banksteuerung
Mitte September erklärte die NordLB, die Gremien der Bank hätten die Freigabe zur Einführung einer neuen Banksteuerung gegeben. In der ersten Phase sollen bis 2026 wesentliche Abläufe im Finanzwesen, in den Berichtswegen zur Bankenaufsicht sowie im Risikocontrolling grundlegend modernisiert werden. Ob und inwiefern sich die Eigentümer auf bestimmte Schlüsselkennzahlen für die geplante Geschäftsentwicklung geeinigt haben, teilte die Bank allerdings nicht mit.
Die NordLB ist kleiner als die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die BayernLB sowie die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und hinkt auch beim Gewinn hinterher. So steigerte die BayernLB den Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten auf fast 1,3 Milliarden Euro. Ihre Onlinebank-Tochter DKB verdiente vor Steuern fast 860 Millionen Euro. Die Flaute am Immobilienmarkt steckte die BayernLB bisher gut weg.