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Mobiles ArbeitenDeutsche Bank zahlt bis zu 1000 Euro Aufwandspauschale für das Homeoffice

Beschäftigte können künftig 40 Prozent der Arbeitszeit außerhalb des Büros arbeiten. Wer zwei Tage mobil arbeitet, erhält eine Pauschale – doch es gibt Ausnahmen.Yasmin Osman 28.10.2021 - 17:04 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Deutsche Bank darf einzelne Bereiche von der Homeoffice-Regelung auch ausnehmen.

Foto: dpa

Frankfurt. Nach langem Ringen hat sich die Deutsche Bank mit ihrem Gesamtbetriebsrat auf Regeln für das Arbeiten im Homeoffice geeinigt. Die Regelung ermöglicht es grundsätzlich allen Beschäftigten der Deutschen Bank AG, bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit – also in der Regel ein oder zwei Tage pro Woche – von daheim aus zu arbeiten. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

Ist der nächsthöhere Vorgesetzte einverstanden, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar bis zu drei Tage pro Woche jenseits des Büros arbeiten. Wer mobil arbeitet, erhält von der Deutschen Bank als Grundausstattung einen Laptop, eine Maus und ein Headset kostenlos als Grundausstattung. Bis Ende 2022 sollen die nötigen Geräte bereitgestellt werden, sofern die Beschäftigten sie noch nicht erhalten haben.

Beschäftigte, die sich verpflichten, zwei Tage und mehr in der Woche an im Voraus festgelegten Tagen mobil zu arbeiten, erhalten eine Aufwandspauschale von 1000 Euro brutto, die alle fünf Jahre zu zahlen ist. Wer seltener zu Hause arbeitet, hat dagegen keinen Anspruch auf diese Aufwandsentschädigung.

Die Coronapandemie hat auch bei Banken das mobile Arbeiten auf breiter Front salonfähig gemacht. In vielen Geldhäusern hat dies eine Debatte darüber ausgelöst, wie flexibel nach der Pandemie gearbeitet werden soll – und ob die Banken neben der technischen Ausstattung Mitarbeitern auch eine Aufwandsentschädigung zahlen sollen.

Schon in Pandemiezeiten gab es von Bank zu Bank große Unterschiede. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Mit einer pauschalen Aufwandsentschädigung alle fünf Jahre bewegt sich die Vereinbarung der Deutschen Bank auf demselben Niveau wie die deutsche ING, die die gleiche Summe für den Kauf von Büroausstattung zur Verfügung stellt. 

Das gilt als vergleichsweise großzügig in der Branche. Einige Banken hatten ihren Beschäftigten zwar zwischen 500 und 1500 Euro überwiesen, aber nur als einmalige Zahlung. Und eine Dax-Umfrage des Handelsblatts im Juni ergab, dass damals unter allen im Leitindex geführten Firmen allein die Allianz ihren Mitarbeitern einen Homeoffice-Zuschuss in Form einer Einmalzahlung von bis zu 300 Euro brutto zahlte. Dazu kamen 150 Euro Unterstützung für den Kauf eines ergonomischen Bürostuhls. 

Nicht alle Deutschbanker sind betroffen

„Mit dieser Gesamtbetriebsvereinbarung haben wir endlich eine Regelung getroffen, die es den Kolleg:innen der teilnehmenden Betriebe ermöglichen wird, unter vernünftigen und fairen Rahmenbedingungen mobil arbeiten zu können“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Frank Schulze, dem Handelsblatt. „Wir sind mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden.“

Eine Sprecherin der Bank erklärte: Wir haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat die Rahmenbedingungen für ein hybrides Arbeitsmodell entwickelt. Dieses bietet unseren Mitarbeitenden sowohl Flexibilität als auch einen verlässlichen Rahmen.“ Man wolle, so die Sprecherin, „die Weichen für die Zeit nach Corona stellen, damit wir möglichst viel Planungssicherheit bieten“.

Gleichwohl werden nicht alle Deutschbanker von der Betriebsvereinbarung erfasst: „Grundsätzlich möchte die Bank das mobile Arbeiten allen Mitarbeitenden ermöglichen. Es gibt Bereiche, die aus regulatorischen Gründen und aufgrund der Art der Tätigkeit nicht teilnehmen können, zum Beispiel im Handel und Servicebereich der Filialen“, erläuterte die Sprecherin.

Es gibt weitere Einschränkungen: Betriebsvereinbarungen gelten grundsätzlich nur für nicht leitende Angestellte. Das bedeutet, dass Spitzenverdiener, die in der Regel leitende Angestellte sind, nicht davon profitieren.

Die Postbanker profitieren kaum

Darüber hinaus gibt es dem Vernehmen nach einzelne Deutsche-Bank-Betriebe, die sich der vom Gesamtbetriebsrat getroffenen Vereinbarung nicht angeschlossen haben. Eine Sprecherin sagte dazu: „Die Regelungen gelten zunächst nur für Mitarbeitende in den Betrieben der Deutsche Bank AG, deren Betriebsräte den Gesamtbetriebsrat mit dem Abschluss der Betriebsvereinbarung beauftragt haben. Wir führen jedoch konstruktive Gespräche mit den übrigen Betriebsräten.“

Zu den Betrieben, für die die Homeoffice-Vereinbarung zumindest vorerst nicht gilt, zählen auch viele ehemalige Postbank-Betriebe der Deutschen Bank AG. Das geht auch aus einem internen Schreiben der Bank zum Thema hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Darin informierten der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr sowie Personalchef Michael Ilgner über die Einigung, „auch wenn die Vereinbarung aktuell für einen Großteil der Mitarbeitenden in den ehemaligen Postbank-Betrieben der Deutschen Bank AG und den weiteren Konzerngesellschaften noch nicht gilt“. Von Rohr und Ilgner betonten, dass sie mit den übrigen Betriebsräten und weiteren Konzerngesellschaften, für die sie bislang noch keine Vereinbarung abschließen konnten, „konstruktive Gespräche“ führen wollen.

Denn der Gesamtbetriebsrat ist nur für die Deutsche Bank AG zuständig, nicht aber für deren Konzerngesellschaften. Das sorgt für Kritik seitens der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Wir halten es für ein Problem, dass diese Vereinbarung auf Ebene des Gesamtbetriebsrats und nicht auf Ebene des Konzernbetriebsrats getroffen wurde, denn dadurch sind viele Beschäftigte, etwa der Servicegesellschaften, davon ausgeschlossen“, sagte Gewerkschaftssekretär Kevin Voss.

Verdi fordert deshalb örtliche Vereinbarungen, eine tarifvertragliche Regelung oder eine Konzernbetriebsvereinbarung. Gesamtbetriebsratschef Schulze hält dagegen, dass es gesetzlich nicht ganz einfach sei, solche Vereinbarungen an den Konzernbetriebsrat zu delegieren. Voss kritisiert die Deutsche-Bank-Regeln für die Aufwandsentschädigung außerdem als „zu unflexibel“, da sich die Beschäftigten vorab auf feste Tage festlegen müssen, an denen sie zu Hause arbeiten.

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Die Kritik von Verdi kommt nicht überraschend: Die Gewerkschaft setzt sich in den laufenden Tarifgesprächen der Bankenbranche für Homeoffice-Vereinbarungen ein und fordert einen Anspruch auf Homeoffice von bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit und eine Ausstattungspauschale in Höhe von 1500 Euro. Allerdings gestalten sich die Tarifgespräche bei den privaten Banken sehr zäh und die Arbeitgeberseite wehrt sich insbesondere gegen allgemeine Tarifregeln für das Homeoffice.

Mitarbeit: Lazar Backovic

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