Tarifverhandlungen: Privatbanker bekommen mehr Geld – aber kein Anrecht auf Homeoffice
Die Gewerkschaft Verdi hat sich mit den Privatbanken auf einen Tarifvertrag verständigt.
Foto: dpaFrankfurt. Die Tarifverhandlungen für rund 140.000 Angestellte der Privatbanken in Deutschland stehen kurz vor dem Abschluss. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV) und die Gewerkschaften hätten sich auf einen Abschluss verständigt, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann dem Handelsblatt. Er solle am Freitag offiziell verkündet werden.
Der neue Tarifvertrag sieht laut Wittmann vor, dass das Gehalt zum 1. August 2022 um drei Prozent steigt und zum 1. August 2023 um weitere zwei Prozent. Zudem soll es im Mai 2022 und im Januar 2023 Einmalzahlungen von jeweils 500 Euro geben. Der neue Tarifvertrag laufe bis zum 31. Mai 2024.
Zum mobilen Arbeiten und zur betrieblichen Altersvorsorge habe man keine Verständigung erzielen können, sagte der Gewerkschaftssekretär. Bei den Nachwuchskräften habe es nur marginale Verbesserungen gegeben. Der Tarifvertrag mit den Privatbanken falle jedoch hinter den Abschluss mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) zurück. In Letzterem wurde den Beschäftigten auch ein Anspruch auf Homeoffice eingeräumt.
„Wir sind enttäuscht, dass wir mit dem AGV kein großes Paket wie mit dem VÖB vereinbaren konnten, weil die Widerstände bei den privaten Banken zu groß waren“, sagte Wittmann. „Die Verweigerungshaltung der Privatbanken bei mobilem Arbeiten ist aus unserer Sicht unverständlich, die Haltung ist rückwärtsgewandt und passt nicht mehr in die Zeit.“