Ukraine-Krieg: Die Sanktionen gegen Russland sind eine Gefahr für europäische Banken
Die europäischen Geldhäuser müssen sich durch Hunderte Seiten von Sanktionsbestimmungen arbeiten – und dürfen bei der Umsetzung keinen Fehler begehen.
Foto: dpaFrankfurt. Eigentlich sollen die vom Westen verhängten Sanktionen in der Ukrainekrise vor allem Russland Sorgen bereiten. Tatsächlich schaffen sie aber auch Probleme für die europäischen Banken.
Vor Kurzem machte Andrea Enria, der oberste Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), klar, dass ihn vor allem eine Frage beschäftigt: Sind Europas Banken ausreichend vorbereitet, um Sanktionen gegen Russland auch sauber in die Praxis umzusetzen?
Deshalb stehen die europäischen Aufseher in ständigem Kontakt mit den Instituten. Sie wollen sicherstellen, dass die Kontrollsysteme auf dem neuesten Stand sind. Druck kommt auch von der deutschen Aufsicht. Die Bafin erwartet, „dass die Finanzsanktionen voll umfänglich eingehalten werden“, erklärte sie am Freitag in einer Mitteilung.
Die Sorge kommt nicht von ungefähr. In der Vergangenheit mussten europäische Banken Strafen in Milliardenhöhe zahlen, weil sie von politischer Seite verhängte Sanktionen nicht umgesetzt hatten. Besonders groß ist die Angst, gegen amerikanische Strafmaßnahmen zu verstoßen, die mit den europäischen Regeln nicht in Einklang zu bringen sind.