Ukrainekonflikt: Erste Strafmaßnahmen gegen russische Banken – Angst vor Destabilisierung des Finanzsystems
Die VTB Direktbank ist eine Zweigniederlassung der VTB Bank Europe SE und steht unter der Aufsicht der Bafin.
Foto: ReutersFrankfurt. Sanktionen, Kreditrisiken, Cyberattacken: Die jüngste Zuspitzung der Ukrainekrise schürt die Angst vor einer Destabilisierung des internationalen Bankensystems. Am Dienstagabend kündigte US-Präsident Joe Biden neue Sanktionen an. Die Strafmaßnahmen werden sich gegen zwei große Banken richten, sowie gegen Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin und deren Familien.
Außerdem will Biden den US-Banken den Handel mit russischen Staatsanleihen verbieten, und damit Moskau den Zugang zu den westlichen Kapitalmärkten abschneiden. Die US-Regierung hatte amerikanischen Finanzinstitutionen im vergangenen Jahr bereits den Handel mit Staatsanleihen auf dem Primärmarkt verboten, nicht aber im wichtigen Sekundärmarkt.
Bei den betroffenen russischen Banken handelt es sich um die staatliche Förderbank VEB und die PSB, die eine zentrale Rolle für Russlands Verteidigungsbranche spielt, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Beide Institute würden nun vom amerikanischen Finanzsystem abgeschnitten, alle Vermögenswerte unter US-Zuständigkeit würden eingefroren. Es würde somit schwieriger werden für Moskau, die Aktionen in der Ukraine zu finanzieren.
Die Europäische Union hatte bereits zuvor ein Anleihehandelsverbot auf den Weg gebracht. Außerdem sind von Sanktionspaket der EU nach den Worten des Außenbeauftragten Josep Borrell auch Banken betroffen, die Einsätze in den Separatistengebieten finanzieren.