Umstrittenes Finanzgeschäft: Investor Lars Windhorst legt Evergreen-Rechtsstreit mit Bafin bei
Konnte nach eigenen Angaben Unstimmigkeiten mit der Finanzaufsicht ausräumen.
Foto: dpaFrankfurt. Investor Lars Windhorst hat nach eigenen Angaben den Streit mit der Finanzaufsicht Bafin über umstrittene Finanzgeschäfte beigelegt. Er sei von dem Vorwurf entlastet worden, ein von ihm eingerichtetes Finanzierungsvehikel zur Rückzahlung an die Investmentfirma H20 Asset Management habe gegen Bankenregeln verstoßen.
„Ich habe heute mit Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Einlagen in Höhe von insgesamt EUR 132,5 Mio. zurückgezahlt, deren Entgegennahme nach Einschätzung der #BaFin eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) bedurft hätte“, schrieb Windhorst am Dienstag auf seinem Twitter-Account. „Durch die Rückabwicklung erledigen sich die Rechtsstreitigkeiten mit der BaFin, die bei Gerichten anhängig sind.“
„Die BaFin hat Herrn Windhorst aufgegeben, das unerlaubt betriebene Einlagengeschäft einzustellen und dieses Geschäft abzuwickeln. Die Abwicklung erfolgt unter Aufsicht eines Abwicklers“, kommentierte ein Sprecher der Behörde auf Nachfrage.
Wie es in der Sache an anderer Stelle weitergeht, steht unterdessen noch nicht fest. Nach einer Beschwerde der Bafin hatte die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Windhorst aufgenommen. Dabei ging es um ein Geschäft von Windhorsts Luxemburger Finanzvehikel Evergreen aus dem September 2020.
Offenbar hegte die Bafin den Verdacht, dass Evergreen Bankgeschäfte getätigt hat, ohne erforderliche Lizenzen zu besitzen. Windhorst zufolge geht es dabei um ein Darlehen, das Evergreen an die Mutterfirma Tennor gab.
Hintergrund sind Anleihen, die der französische Investor H20 bei Windhorsts Gesellschaften tätigte und dann abwertete. Die französische Bankenaufsicht suspendierte daraufhin einen Fonds, bis H20 die Anleihen in eine liquide und eine illiquide Gruppe teilte. Über Evergreen wollte Windhorst einen Teil der Anleihen zurückerwerben.
Windhorst hatte sich Anfang Mai ebenfalls auf Twitter entspannt wie auch verständnislos gegenüber den Bafin-Ermittlungen gegeben. „Wir sind absolut sicher, dass die Anschuldigungen jeder Grundlage entbehren, da weder Evergreen Funding noch eines der Unternehmen der Gruppe regulierte Bankgeschäfte betrieben haben“, hatte der Investor erklärt, der kurze Zeit zuvor mit einer verspäteten Zahlung an den Fußball-Bundesligisten Hertha BSC für Aufregung gesorgt hatte.