USA-Chef Jacques Brand: Deutsche Bank verliert nächsten Top-Manager
Das US-Geschäft hat sich relativ gut entwickelt.
Foto: ReutersDie Mitteilung der beiden Chefs der Deutschen Bank, John Cryan und Jürgen Fitschen, ist kurz und knapp, sie hat es aber in sich: Jacques Brand, Leiter des Nordamerikageschäfts, verlässt das Haus und wechselt, wie Medien berichten, zu PJT Partners, einer kleinen Investmentbank. Die Nachfolge soll in Kürze bekanntgegeben werden.
Brand, 55, der in Ghana geboren ist und neben seinem US- einen australischen Pass besitzt, arbeitete seit 1990 bei Bankers Trust und kam so zur Deutschen Bank, die Bankers Trust 1998 übernahm. Seit 2012 leitet er das Nord-Amerika-Geschäft .
Zwar gab es immer wieder Reibereien mit Aufsichtsbehörden, vor allem der US-Notenbank, die das Berichtswesen der Deutschen Bank beanstandete. Es gibt aber keine Hinweise, dass diese Probleme Brand persönlich anzulasten sind. Das US-Geschäft hat sich im Vergleich zur starken einheimischen Konkurrenz relativ gut entwickelt.
Die Deutsche Bank steht weltweit geschäftlich unter Druck und hat bereits andere wichtige Manager verloren. Dabei ist unklar, inwieweit sie den großen Auftritt im relativ risikoreichen Investmentbanking, das im US-Geschäft die Hauptrolle spielt, auf Dauer behalten kann.
Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
Foto: PRAußerdem gibt es, wie schon die Gründung von PJT zeigt, einen Trend, dass Führungskräfte großer Banken in den USA ihr Heil bei kleinen, spezialisierten Geldhäusern suchen, wo sie freier und kreativer arbeiten können. PJT hat aus dem Stand einen beachtlichen Marktanteil bei der Fusionsberatung gewonnen. Brand, der als umgänglicher und offener Manager gilt, hat seine Karriere im Beratungsgeschäft gemacht.
Brands Stellvertreter ist der energische Brite Bill Woodley. Er hat beim Kulturwandel der Bank zu mehr Risikobewusstsein und beim Aufbau der neuen Konzernstruktur in den USA bereits eine Schlüsselrolle gespielt.