Zahlungs-App der Ant Group: Ant erneut unter Druck: Peking will Alipay-App offenbar zerschlagen
Die chinesischen Behörden gehen seit einiger Zeit härter gegen Tech-Konzerne vor.
Foto: ReutersQingdao, Düsseldorf. Die chinesische Regierung geht weiter strikt gegen heimische Tech-Konzerne vor. Nun will Peking offenbar wichtige Geschäftsbereiche der Zahlungsdienstleistungs-App „Alipay“ des Fintech-Konzerns Ant Group zerschlagen und dafür sorgen, dass die umfassende Datensammlung ausgelagert wird.
Wie die „Financial Times“ berichtet, hätten die chinesischen Aufsichtsbehörden den Betreiber des in China äußerst beliebten Programms Ant angewiesen, seine beiden Kreditgeschäfte Huabei und Jiebei nicht nur vom Rest seines Finanzangebots zu trennen, sondern sie auch in eine unabhängige App abzuspalten.
Der Plan, so berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit dem Prozess vertraute Personen, sehe zudem vor, dass Ant die Nutzerdaten, die seinen Kreditentscheidungen zugrunde liegen, an ein neues Joint Venture für Kreditwürdigkeitsprüfungen übergibt. Dieses soll sich teilweise in Staatsbesitz befinden. Eine Anfrage des Handelsblatts an Ant zu dem Bericht blieb bislang unbeantwortet.
Es ist der jüngste Schlag der chinesischen Führung in einer ganzen Reihe von Maßnahmen gegen heimische Tech-Konzerne. Seit dem überraschenden Verbot des Börsengangs von Ant im November 2020 haben die Staatsführung und chinesische Regulierer zahlreiche neue Maßnahmen verkündet, die die Macht der Internetkonzerne beschränken sollen, und bereits mehrere Strafen unter anderem wegen Marktmachtmissbrauchs verhängt.