Steuerskandal: Fiskus fordert wegen Cum-Ex-Geschäften fast 50 Millionen Euro von der Apobank
Die Apotheker- und Ärztebank hat 2020 hohe Rückstellungen für Cum-Ex-Geschäfte gebildet.
Foto: picture alliance / Bildagentur-oDüsseldorf, Frankfurt. Von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist im jüngst veröffentlichten Jahresfinanzbericht der Deutschen Apotheker- und Ärztebank für das Jahr 2020 nichts zu lesen. Nur bei genauerem Hinsehen gibt es einen Hinweis auf die Verwicklung in den größten Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik – und die möglichen gewaltigen finanziellen Folgen für das Haus.
55,5 Millionen Euro. So hoch ist der Posten „Rückstellungen für Prozessrisiken“ ausgewiesen. Kenner der Bilanz muss der Betrag erschrecken – im Vorjahr waren es 53 Millionen Euro weniger.
Der drastische Anstieg der Prozessrisiken ist nach Informationen des Handelsblatts im Wesentlichen auf einen Bescheid des Finanzamts Düsseldorf-Altstadt zurückzuführen. Die Apobank bestätigte auf Anfrage, dass sie Rückstellungen für Cum-Ex-Geschäfte gebildet und Zahlungen an die Finanzbehörde geleistet hat.
Der Begriff Cum-Ex steht für Geschäfte auf Kosten des Steuerzahlers, bei denen Banken und Investoren den deutschen Fiskus um Milliarden schädigten. Die Apobank ließ sich im Jahr 2010 auf Grundlage selbst erteilter Steuerbescheinigungen vom Finanzamt Düsseldorf-Altstadt 48,8 Millionen Euro erstatten.