Kernnetz: KfW sichert Bau und Betrieb von Wasserstoffnetz mit 24 Milliarden Euro ab
Berlin, Frankfurt. Die Staatsbank KfW sichert den Aufbau und Betrieb des neuen Wasserstoff-Kernnetzes in Deutschland mit bis zu 24 Milliarden Euro ab. Betreiber und KfW unterzeichneten am Dienstag entsprechende Verträge, wonach die anfänglichen hohen Kosten aus einem sogenannten Amortisationskonto beglichen werden. Dieses wird zunächst von der KfW gespeist.
Langfristig soll das Kernleitungsnetz von gut 9000 Kilometern aber von den Nutzern bezahlt werden, ähnlich wie bei Strom und Erdgas. Da aber anfangs nur wenige Unternehmen das Netz nutzen werden, würden sie über Gebühr belastet. Daher springt zunächst der Staat über die KfW ein. Wenn es später weit mehr Nutzer gibt, soll sich das Konto über die Jahre wieder ausgleichen. Geplant ist die Rückzahlung bis spätestens 2055.
Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) schätzen die Bau-Kosten auf 19 Milliarden Euro. Das Kernnetz soll alle 16 Bundesländer und die wichtigsten Industrieregionen verbinden. 13 Knotenpunkte an den Grenzen für den Import sind bis 2032 geplant. Dann sollen die Verbindungen auch im Wesentlichen stehen, gefördert werden kann der Bau aber in bestimmten Fällen noch bis 2037. Zu gut 60 Prozent können für das Netz bestehende Erdgas-Röhren umgewidmet werden, zum anderen Teil sind Neubauten nötig.
Wasserstoff, zunehmend mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt, soll der zentrale Brennstoff für Wärme, Flug- und Schiffsverkehr sowie teils auch für die Stromerzeugung werden. Zudem wird er in der Stahl-, Zement- oder Chemieindustrie gebraucht, um Kohle oder Gas klimafreundlich zu ersetzen. Wasserstoff ist effizienter speicherbar als Elektrizität.