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Ukraine-KriegKreditgeschäft der russischen VTB Bank bricht ein

Hohe Zinsen und der Krieg in der Ukraine lassen das Zinsergebnis der zweitgrößten russischen Bank einbrechen. Um diese ist es einem Bericht zufolge noch schlechter bestellt als bislang bekannt. 11.08.2025 - 16:11 Uhr Artikel anhören
Das VTB-Logo: Die Zinserträge sind um fast die Hälfte zurückgegangen. Foto: REUTERS

Moskau. Russlands zweitgrößte Bank steckt durch den Ukrainekrieg in einer tiefen Krise, wie aktuelle Geschäftszahlen zeigen. Das für Geldinstitute wichtige Zinsergebnis der staatlichen VTB Bank ist im ersten Halbjahr weiter eingebrochen: Die für das gesamte Geschäft traditionell wichtigen Erträge aus Zinsen sind um 49 Prozent zurückgegangen.

Ein so hohes Minus ist in der Bankenbranche äußerst selten – und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist es um die Bank sogar noch schlechter bestellt, als die ohnehin desaströsen Zahlen zunächst vermuten lassen. Top-Manager bei VTB würden im Vertrauen berichten, dass die Zahlen die tatsächliche Lage nicht widerspiegeln, berichtet Bloomberg.

Insgesamt hat die Bank eigenen Angaben zufolge ein Nettoergebnis von 280 Milliarden Rubel im ersten Halbjahr erzielt. Gestützt wurde das vorwiegend vom Investmentbanking.

Das schwache Kreditgeschäft der Bank zeigt aber nicht nur, wie schwierig die aktuelle konjunkturelle Situation in Russland für VTB ist, sondern auch, wie schlecht es um die russische Wirtschaft nach Jahren der Sanktionen insgesamt steht. Der Leitzins in Russland ist auf bis zu 21 Prozent gestiegen. Höhere Zinsen führen dazu, dass Kapital für Unternehmen teurer wird. Das führt wiederum dazu, dass das Kreditbuch der Bank schrumpft.

VTB gab an, dass die Zinserträge zurückgegangen seien, da der Zinsanstieg „so erheblich und so langanhaltend war, dass er sich so wesentlich auf die Nettozinserträge auswirkte“. Die Sorgen, die Banker gegenüber Bloomberg geäußert haben sollen, wies das Unternehmen als „reine Fantasie“ zurück.

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Grund für die Erhöhung auf einen Rekordzins von 21 Prozent sind die massiven Erhöhungen der Staatsausgaben für den Krieg und Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen, die von internationalen Sanktionen betroffen sind. Mit dem Anstieg der Zinssätze haben die Banken einen sprunghaften Anstieg der Zahlungsausfälle und Umstrukturierungen von Krediten verzeichnet.

Bankenkrise realistisch

Bereits im Juni hatte Bloomberg darüber berichtet, dass Bankenaufseher ein realistisches Risiko für eine Bankenkrise in den kommenden zwölf Monaten sehen. Die russische Regierung hat sich bei der Finanzierung des Kriegs stark auf Banken, insbesondere staatliche Banken wie die VTB, verlassen.

Moskau verpflichtet Kreditgeber, Unternehmen aus der Rüstungsindustrie zu finanzieren – viele davon lassen sich wegen eingeschränkter Veröffentlichungen zu kriegsbezogenen Ausgaben in den amtlichen Statistiken nur schwer erfassen.

Privatkundengeschäft schwieriger – Firmenkredite intransparent

VTB ist eine von 13 großen Banken, die die russische Zentralbank als systemisch wichtig einstuft. Bloomberg zufolge haben einige Banker darauf hingewiesen, dass das Kreditportfolio in einer deutlich schlechteren Verfassung sei, als die Bank zugeben möchte. Dem Bericht zufolge deuten einige Daten darauf hin, dass die Bank Schwierigkeiten mit der Rückzahlung von Privatkundenkrediten habe.

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Wie es um das Geschäft mit Unternehmenskunden steht, ist den mit den Zahlen der Bank vertrauten Managern zufolge unsicher. Laut Bloomberg fehlt die Transparenz hinsichtlich der wegen des Kriegs aufgenommenen Schulden.

Eine Regelung aus dem Jahr 2022 besagt, dass „Banken nicht auf die Vermögenswerte insolventer Unternehmen zugreifen dürfen und weiterhin Kredite vergeben müssen, wodurch das Ausmaß der finanziellen Notlage in der Wirtschaft verschleiert wird“, so Anders Olofsgård vom Stockholm Institute of Transition Economics, einem führenden Forschungszentrum für die russische Wirtschaft. „Es wäre ziemlich erstaunlich und schwer zu glauben, dass die Gewinne einer Bank steigen, wenn ihre Nettozinserträge so stark eingebrochen sind.“

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