Franke & Bornberg: Swiss Life kauft Analysehaus für Finanzprodukte
Die deutsche Tochter des Schweizer Finanzdienstleisters ist in Garching beheimatet.
Foto: HandelsblattMünchen. Der Anbieter von Finanz- und Vorsorgelösungen Swiss Life Deutschland übernimmt das Analysehaus Franke & Bornberg Research. Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der Analyse von Versicherungsprodukten soll bei Swiss Life ab dem kommenden Jahr als selbstständige Einheit unter dem Namen FB Research weitergeführt werden. Das gaben beide Häuser am Donnerstag bekannt.
„Die Vergleichssoftware von Franke & Bornberg ist für uns deswegen so zentral, weil wir eine Vielzahl an Angeboten von mehr als 250 Produktanbietern am Markt haben und daraus das Beste für den Kunden auswählen können“, begründet Jörg Arnold, Geschäftsführer von Swiss Life Deutschland, den Deal.
Am Markt für Analysen von Finanzdienstleistungsprodukten ist Franke & Bornberg einer der bekanntesten Namen in Deutschland. Die beiden Gründer Michael Franke und Katrin Bornberg hatten das Analysehaus vor 26 Jahren gegründet und waren seither Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens.
Mit seinen rund 120 Mitarbeitenden dient Franke & Bornberg als Vergleichsplattform mit unabhängiger Analyse sowohl für Berater als auch für Verbraucher. Neben eigenen Software-Tools bietet das Hannoveraner Unternehmen unter dem Namen Vers-Diagnose auch eine Online-Risikoprüfung für biometrische Versicherungsprodukte sowie Ratings für Finanzprodukte.
Einzig die Rating GmbH ist von der Übernahme durch Swiss Life ausgenommen und bleibt unter der Verantwortung von Gründer Michael Franke.
Zunehmende Komplexität bei Finanzprodukten
Schon seit Jahren nutzt Swiss Life mit seinen rund 5800 Beraterinnen und Beratern im Land die Vergleichssoftware von Franke & Bornberg. Mit der Übernahme erhält das Analysehaus nun eine finanzstarke Muttergesellschaft.
Denn das Geschäft mit der Analyse von Finanzprodukten hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Das liegt vor allem an der massiv gestiegenen Tarif- und Produktwelt, die bei vielen Anbietern zu einer wachsenden Komplexität führt. Das bedeutete für Analysten zum einen rasantes Wachstum des Geschäfts. Zum anderen sind aber auch hohe Investitionen in Technik und Personal nötig. Darum muss sich in Zukunft Swiss Life kümmern.
Außerdem verändern sich die Themen. Bestes Beispiel dafür ist derzeit der Bereich Nachhaltigkeit. Seit August müssen Vermittler ihre Kunden befragen, welche Präferenzen sie bei diesem Thema haben. Die Angaben müssen dann in die Produktauswahl und die Beratung mit einbezogen werden.
Da Nachhaltigkeitsthemen in der Regel bei jedem Kunden weit oben stehen, waren solche Finanzprodukte zuletzt stark nachgefragt. Eine Reihe davon geriet jedoch in die Kritik, weil sie sich bei genauerer Betrachtung als weniger nachhaltig erwies, als in den Prospekten dargestellt.
Hier erwartet Swiss-Life-Deutschlandchef Jörg Arnold durch die neue Tochter FB Research erhebliche Verbesserungen für die tägliche Arbeit seiner Berater. Für ihn ist das Thema Nachhaltigkeit ein Paradebeispiel dafür, dass bei Standards und Regulierung noch viel Aufklärungsbedarf besteht: „Kunden brauchen eine Art Übersetzungsservice, den Franke & Bornberg ebenfalls unterstützt.“