Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Insurtech Versicherungsmanager Clark setzt auf Endkunden statt auf Banken-Kooperation

Zahlreiche Versicherungs-Start-ups setzen auf die Zusammenarbeit mit Banken und Versicherungen. Clark konzentriert sich hingegen voll auf das Endkundengeschäft.
17.09.2020 - 16:27 Uhr Kommentieren
Clarke bietet Policen direkt auf dem Smartphone an. Quelle: mauritius images / Caia Image
Digitale Versicherung

Clarke bietet Policen direkt auf dem Smartphone an.

(Foto: mauritius images / Caia Image)

Frankfurt Schnell zu wachsen, ist für viele Start-ups eines der wichtigsten Ziele. Häufig setzen sie dabei auch auf Kooperationen mit bekannten Unternehmen. Die Meldungen über den digitalen Versicherungsmanager Clark klangen in den vergangenen Monaten daher auf den ersten Blick wenig erfreulich: „Bremer Sparkasse trennt sich von Clark“ oder „N26 stellt Versicherungsfeature von Clark ein“.

Bereits im vergangenen Jahr wechselte die PSD Bank Hannover von Clark zum genossenschaftlichen Angebot Wilhelm, und auch die Direktbank ING ist seit Längerem kein Kooperationspartner des Frankfurter Insurtechs, wie Start-ups in der Versicherungsbranche genannt werden, mehr.

Der zweite Blick offenbart aber einen Strategiewechsel des Versicherungsmaklers, der im aktuellen Umfeld interessant ist: „Wir positionieren Clark ganz klar als Endkundenmarke. Das führt dazu, dass wir das Geschäft mit Firmenkunden, also den Vertrieb von Softwarelizenzen, nach und nach einstellen werden“, erklärt Clark-Chef Christopher Oster im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Entscheidung dazu habe das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr getroffen.

Konkret heißt das, dass sich Clark als Online-Versicherungsmakler nur noch auf den Aufbau und die Pflege eigener Kundenbeziehungen konzentrieren wird. Branchenbeobachter werten diesen Schritt als positiv. Für ein Start-up könne es sinnvoll sein, seine Ressourcen auf ein Standbein zu fokussieren, wenn es merkt, dass dieses funktioniert. Softwarelizenzen zu verkaufen, sei ein komplett anderer Markt als das Endkundengeschäft.

Bemerkenswert sei die strategische Ausrichtung von Clark auch deshalb, weil in Deutschland kaum ein Insurtech mit ähnlichem Profil übrig geblieben ist: Clark bietet eine App, in der sich die Kunden eine Übersicht über ihre Versicherungsverträge anlegen können. Ursprünglich hatten sich auch andere Start-ups an einem solchen digitalen Versicherungsordner versucht.

Doch den Bestand des Online-Maklers Knip hat mittlerweile der Maklerpool Blau Direkt übernommen, die App wurde im Juli eingestellt. Das Heidelberger Insurtech Getsafe konzentriert sich heute auf den Aufbau eines digitalen Versicherers und setzt darauf, bis zum Jahresende die bei der Finanzaufsicht Bafin beantragte Versicherungslizenz zu erhalten. Das Maklergeschäft und den Versicherungsmanager verkaufte es bereits 2018 an Verivox.

Hart umkämpftes Firmenkundengeschäft

Hart umkämpft ist stattdessen inzwischen das Geschäft mit Banken und Versicherungen. Das Insurtech Friendsurance bietet unter der Marke „Friendsurance Business“ eine digitale Bancassurance-Plattform, die von Partnern wie der Deutschen Bank und der R+V Versicherung genutzt wird. Auch die JDC Group buhlt um Kunden: Deren Tochter Jung, DMS & Cie. ist neuer Technologieanbieter für den zur Sparkasse Bremen gehörenden Versicherungsmakler S Mobile.

Kooperationen bleiben dennoch auch künftig ein Teil der Strategie von Clark. Das Insurtech fokussiert sich dabei aber auf die Zusammenarbeit mit Partnern, die auf ihrer Website für Clark werben und ihre Kunden dann an den Versicherungsmanager weiterleiten. „Beispiele dafür sind unsere langjährige Kooperation mit Miles & More oder auch Payback“, so Oster.

Die Zusammenarbeit mit N26 funktioniert seit Kurzem ebenfalls über eine solche Weiterleitung. In Deutschland nutzte die Smartphone-Bank zuvor ein auf ihrer Website integriertes Versicherungsfeature, das nur einen geringen Teil der Clark-Funktionen enthielt.

„Diese Integration ist technisch aufwendig und nur mit großem Aufwand in neue Märkte übertragbar, etwa wenn N26 ins Ausland expandiert“, erklärt Oster. „Mit der Weiterleitung können wir den technischen Aufwand minimieren und die N26-Kunden können nun alle Clark-Funktionen nutzen.“ Mit diesem Modell sind Clark und N26 im Juni auch auf dem österreichischen Markt gestartet.

Ende von White-Label-Geschäften

„Auch das White-Label-Geschäft, bei dem wir unsere Versicherungslösung Banken wie etwa der Sparkasse Bremen bereitstellten, ohne dass der Markenname beim Versicherungsnehmer sichtbar wurde, führen wir aufgrund der Unsichtbarkeit unserer eigenen Marke und des Aufwands nicht weiter“, betont Oster.

Die Versicherungskammer Bayern (VKB), ebenfalls ein ehemaliger White-Label-Kunde, hat die Software von Clark Ende des vergangenen Jahres gekauft und entwickelt diese nun selbst weiter. Die Kooperation mit der ING endete bereits im Jahr 2018, als die Direktbank eine exklusive Partnerschaft mit dem Versicherer Axa ankündigte.

Grundsätzlich, das ist Oster wichtig, machen Kooperationen nur einen Teil des Wachstums von Clark aus: „Wir wachsen insbesondere über Fernsehwerbung, Werbung in Digitalkanälen wie Facebook, Instagram und Twitter sowie Content-Marketing.“ Dabei werden Menschen, die sich im Internet über Versicherungen informieren, auf die Website des Unternehmens geleitet.

Clark ist auch während der Coronakrise gewachsen und hat aktuell über 250.000 Nutzer. Bis zum Jahresende sollen es 300.000 Kunden werden. Wie viele Nutzer Clark in Österreich, wo der Versicherungsmakler im Frühjahr gestartet ist, gewinnen konnte, will Oster nicht sagen. Die Akzeptanz bei den österreichischen Kunden übertreffe aber bisher die Erwartungen.

Mehr: Warum das Internet den Berater nicht ersetzen kann

Startseite
Mehr zu: Insurtech - Versicherungsmanager Clark setzt auf Endkunden statt auf Banken-Kooperation
0 Kommentare zu "Insurtech: Versicherungsmanager Clark setzt auf Endkunden statt auf Banken-Kooperation"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%